Marktberichte
Marktbericht Oktober 2026
Aktuelle Marktsituation von Sojaöl, Rapsöl, Sonnenblumenöl, Olivenöl, Rizinusöl, Mandelöl, Walnussöl Pistazienkernöl und Haselnussöl.
Pflanzliche Öle
Sojaöl
In den letzten Tagen verzeichneten die Sojaölpreise auf den Märkten eine leicht rückläufige konsolidierende Tendenz. Dazu führte der saisonale Erntedruck in den USA, wo die fortschreitende Sojaernte das Angebot an Sojabohnen auf den Weltmärkten erhöht und damit etwas Druck auf die Angebotspreise ausübt und so den Preisanstieg bremst.Auch die aufgrund der höheren Produktion und der geringeren Exporten gestiegenen Palmölbestände in Malaysia stützen diese Entwicklung.
Rapsöl
Nachdem die EU Rapsernte weiter zurückkorrigiert wurde, bleiben die Preisniveaus weiterhin unverändert fest. Die hohe Nachfrage des europäischen Biodieselsektors stützt die Preise zusätzlich, so dass in absehbarer Zeit nicht mit größeren Preisrückgängen zu rechnen ist. Auch Importe aus Australien und Kanada werden an dieser Tendenz nicht viel ändern können.
Sonnenblumenöl
Die Ernten in der Ukraine und Russland fallen positiver als ursprünglich geschätzt aus, so dass auch hier Druck auf die Preise kommen könnte. Allerdings ist die Infrastruktur der Verladehäfen am Schwarzen Meer stark in Mitleidenschaft gezogen und auch die Transportrouten sind weiterhin nicht sicher. Die Ernten in der EU werden in diesem Jahr schwächer ausfallen. Durch das anhaltende Niedrigwasser in verschiedenen für die Binnenschifffahrt wichtigen Flüssen verteuern sich auch die innereuropäischen Transporte.
All diese Entwicklungen führen dazu, dass Sonnenblumenöle weiterhin Prämien auf Sojaöl aufweisen und die Preisniveaus fest bleiben.
Olivenöl
Die neue Ernte hat in Italien bereits begonnen und die Marktteilnehmer erwarten eine gute Ernte. Auch in Spanien wird die Ernte in den nächsten zwei Wochen beginnen und auch hier sind die Erwartungen gut. Die Preisniveaus sind aktuell leicht rückläufig, aber die Kooperativen halten sich mit Verkaufspreisen für neuerntige Öle noch zurück. Es ist davon auszugehen, dass vermehrt Offerten in den kommenden vier Wochen kommen werden, wobei die ersten, sehr grünen Öle mit einer deutlichen Prämie angeboten werden.
Rizinusöl
Die Frage nach der Anbaufläche ist geklärt und die Lage sieht besser aus, als der Markt im August angenommen hatte. Nach offiziellen Zahlen aus Gujarat vom 21. September beläuft sich die Anbaufläche für Rizinus auf 609.777 Hektar, was 8 % unter dem Vorjahreswert und 11 % unter dem Dreijahresdurchschnitt liegt – im Gegensatz zu dem vor einem Monat von der Branche gemeldeten Rückgang von 15 bis 20 %. Die Aussaat wurde größtenteils im Juli und August abgeschlossen.
Das Angebot bleibt vorerst knapp. In Indien herrscht derzeit Nebensaison, die Lieferungen sind begrenzt und die Nachfrage stabil, was die Preise für Rizinussamen auf einem hohen Niveau hält. Die Seefrachtkosten nach Europa und in die USA liegen weiterhin deutlich über dem Niveau vom Juni.
Die Einschätzungen zum Wendepunkt am Markt gehen auseinander. Ein Teil der Branche erwartet, dass der feste Preistrend bis in den März anhält, während andere auf eine ab Dezember beginnende und bis März andauernde Ernte verweisen. Sie erwarten, dass die neuen Ankünfte ab dem Jahreswechsel den Druck vom Markt nehmen und es im Januar oder Februar zu einer Korrektur kommt – vorausgesetzt, die Anbaufläche schlägt sich entsprechend im Ertrag nieder und die Wetterbedingungen bleiben günstig.
Dieser Vorbehalt verdient besondere Aufmerksamkeit: Das saisonale Niederschlagsdefizit in den Rizinus-Anbaugebieten hat sich auf einen einstelligen Prozentsatz verringert. In der Woche bis zum 9. September lagen die Niederschläge in Zentralindien, einschließlich Gujarat, jedoch 43 % unter dem Normalwert. Dies fällt in eine empfindliche Wachstumsphase für eine spät ausgesäte Ernte.
Wir würden den Bedarf bis ins erste Quartal hinein absichern und die Situation neu bewerten, sobald die ersten neuen Mengen auf den Markt kommen.
Öle aus Eigenproduktion in Bischofswiesen
Bio-Rapsöl
Die Rapsernte ist abgeschlossen und hat passable bis gute Mengen geliefert. Die Kontraktabwicklung verläuft derzeit zögerlich.
Bio-Sonnenblumenöl
Die Sonnenblumenernte in Süd- und Osteuropa ist bald abgeschlossen, in Deutschland beginnt der Drusch. Die Erträge liegen vielerorts unter dem Durchschnitt, Ursache ist die Sommertrockenheit. Insbesondere die Nachfrage nach HO-Qualität ist sehr hoch.
Öle aus Eigenproduktion in den USA
Mandelöl
Die Nüsse sind kleiner, weisen jedoch eine sehr gute Qualität auf. Die Ernteschätzungen bleiben unverändert bei 2,7 Milliarden Pfund. Die Nachfrage in Europa konzentriert sich auf die größeren Nüsse, für die in diesem Jahr ein erheblicher Preisaufschlag gezahlt wird; dies treibt auch die Preise für die kleineren Nüsse in die Höhe.
Walnussöl
Die Anbaufläche ist erneut deutlich zurückgegangen, doch die Ernte ist gut und die Schäden durch Sonnenbrand sind minimal. Da von der letzten Ernte praktisch keine Lagerbestände mehr vorhanden sind, wird die neue Ernte dringend benötigt. Die Preise tendieren nach oben.
Pistazienkernöl
Das Angebot für 2027 dürfte sehr knapp ausfallen. Die Preise für Kerne wurden erneut angehoben und die Ernte wird nun auf höchstens 700 Millionen Pfund geschätzt, wobei der Anteil an leeren Kernen hoch ist. Kalifornische Handelsquellen berichten zudem von einer schlechten Ernte im Iran. In Verbindung mit den Spannungen in der Region rechnen wir kurzfristig nicht mit einer Entspannung der Lage.
Haselnussöl
Die „Oregon Subjective Yield Survey“ prognostiziert eine Ernte von 143.700 Tonnen in der Schale, was einem Anstieg von 18% gegenüber dem Vorjahr entspricht und die größte Ernte in der Geschichte des US-Haselnussanbaus darstellt – bedingt durch günstige Wetterbedingungen und anhaltende Neuanpflanzungen. Die Preise für die Erzeuger werden Ende September offiziell festgelegt.
Die türkische Ernte wird hinter den noch vor wenigen Wochen genannten Erwartungen zurückbleiben: Schätzungen von bis zu 900.000 Tonnen sind inzwischen auf rund 700.000 Tonnen gesunken. Gleichzeitig sorgen die schlechte Qualität und ein hoher Anteil an leeren Nüssen für zusätzliche Herausforderungen. Die anhaltenden Regenfälle in den Regionen Östliches Schwarzes Meer und Akçakoca haben zudem die neue Ernte verzögert und werden zusätzliche Sortierkosten verursachen.
Angesichts einer geringeren Ernte in Italien, wetterbedingt beeinträchtigter Ernten in Georgien und Aserbaidschan sowie starker Ernten aus den USA und Chile ist das weltweite Angebot eher ausreichend als reichlich. Es gibt keine Überhänge aus der alten Ernte, und die Verfügbarkeit ist vorerst weiterhin knapp.