Marktberichte
Marktbericht Mai 2026
Aktuelle Marktsituation von Sojaöl, Rapsöl, Sonnenblumenöl, Olivenöl, Rizinusöl, Mandelöl und Haselnussöl.
Pflanzliche Öle
Allgemeine Informationen
Neben der Iran Krise, die die Mineralölpreise und damit Energie- und Düngemittelpreise in die Höhe getrieben hat, spielen auch die Ankündigungen vieler Regierungen (u.a. USA, Indonesien, Thailand), die Beimischungsquoten zu erhöhen, eine wichtige Rolle, bei den Preisentwicklungen der pflanzlichen Öle.
Sojaöl
In den USA wurden die Sojaölpreise durch die starke Nachfrage aus der Biodieselindustrie in die Höhe getrieben. Gleichzeitig besteht Unsicherheit über die kommende US Ernte, da hier wie in jedem Jahr, die Wetterbedingungen in den wichtigsten Anbaugebieten des Mittleren Westens in den Fokus rücken.
Der Markt ist weiterhin von größerer Volatilität gekennzeichnet und es empfiehlt sich die eigenen Positionen im Auge zu behalten.
Rapsöl
Die Versorgungslage in der EU hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich stabilisiert. Die EU Ernte fiel mit 20,16 Mio tons 2025 viel höher aus als im Vorjahr (16,77 Mio tons.) Vor allem in Deutschland und Frankreich wurden überdurchschnittliche Erträge erzielt.
Für die kommende Ernte erwarten Experten eine Ausweitung der Anbauflächen in der EU um ca. 5 %. In Deutschland wird die Aussaatfläche auf 1,1-1,15 Mio Hektar geschätzt. Ursache hierfür waren die attraktiven Erzeugerpreise im Herbst 2025. Allerdings können trotz Flächensteigerung Ertragseinbußen durch Düngemittelknappheit, Schädlingsdruck und Wetterbedingungen auftreten.
Die Verarbeitungskapazitäten sind sehr gut ausgelastet, so dass für vordere Termine fast keine Mengen verfügbar sind. Insgesamt hat sich Rapsöl im Frühjahr verteuert. Das lag an den gestiegenen Saatpreisen der alten Ernte.
Ausblick: Auch für die neue Ernte bleiben die Preise eher stabil. Dies ist auf gestiegene Logistikkosten und die noch unsichere Erntesituation zurückzuführen. Preisdämpfend könnte sich die sich abzeichnende gute Sonnenblumenernte auswirken. Allerdings stützt die weiterhin große Nachfrage aus dem Biokraftstoffsektor die Preisniveaus.
Sonnenblumenöl
Sonnenblumenöl notiert für die vorderen Termine weiterhin fest. Das ist auf die gute Auslastung der Verarbeitungskapazitäten zurückzuführen.
Nach den deutlichen Preissteigerungen im Jahr 2025, bedingt durch die geringe Ernte in der Ukraine, zeichnet sich für das 4. Quartal eine Entspannung durch Rekordanbauflächen ab. Im 2. und 3. Quartal werden die Preise relativ stabil bleiben, da die Bestände der alten Ernte abnehmen. Sollten die Ernteerwartungen für die Ukraine und Russland eintreffen ist mit einer Kurskorrektur nach unten zu rechnen. Auch in der EU werden insbesondere in Frankreich und Rumänien große Ernten erwartet. Weiterhin bleibt Sonnenblumenöl ein gefragtes Produkt im Lebensmittelmarkt - zum einen als Substitutionsprodukt für das teure Palmöl und zum anderen durch die gestiegene Nachfrage nach Mid-Oleic und High Oleic Ölen.
Olivenöl
Die spanische Olivenölproduktion wird sich in dieser Saison auf ca. 1,3 Millionen Tonnen belaufen. Wie bereits angesprochen, ist die Verfügbarkeit an sensorisch guten Ölen in diesem Jahr eingeschränkt, die von Lampante Ölen ist dahingegen höher. Das macht raffinierte Olivenöle im Vergleich zur Extra Nativ Qualität günstiger. Die aktuelle Blüte ist in Spanien zum Großteil außergewöhnlich gut. Das lässt auf eine Rekordernte schließen. Allerdings vergehen bis dahin noch einige Monate und ungünstige Wetterbedingungen können hier noch zu Einbußen führen. Allerdings sind die Wasserreservoirs in diesem Jahr deutlich besser gefüllt.
Wachstumstreiber in diesem Jahr ist Tunesien mit einer Olivenölproduktion von ca. 500.000 Tonnen, was die doppelte Menge der durchschnittlichen Produktion der letzten 10 Jahre ist. Italien mit knapp 300.000 Tonnen, Griechenland mit etwas über 200.000 Tonnen und Portugal mit 170.000 Tonnen Olivenölproduktion liegen auf durchschnittlichem Niveau.
Die Preise werden sich in der nächsten Zeit eher seitlich bewegen. Sollte die aktuelle Ernte in Spanien weiterhin unter günstigen Wetterbedingungen heranwachsen, können die Preise
zurückgehen -allerdings muss beachtet werden, dass bis zum Eintreffen der neuen Ernte ab November sensorisch gute Öle für Spotkäufe nur noch eingeschränkt verfügbar sein werden.
Rizinusöl
Indiens Rizinus-Ernte 2025–26 befindet sich in der Endphase und wird voraussichtlich bis Ende April abgeschlossen sein, wobei sich einige spät gesäte Regionen bis in den Mai hinein erstrecken können. Die Gesamternteschätzungen wurden leicht nach unten korrigiert, bedingt durch Feuchtigkeitsstress in der späten Phase, lokale Schädlingsbefälle sowie anhaltende Trockenperioden in regenabhängigen Anbaugebieten. Bewässerte Regionen weisen weiterhin normale bis gute Bestandsbedingungen auf und stabilisieren damit die nationale Produktion trotz schwächerer Entwicklungen in nicht bewässerten Gebieten.
Die nationale Anbaufläche für Rizinus wird auf rund
890.000 Hektar geschätzt, während die durchschnittlichen Ertragserwartungen um etwa 2,5 % auf 1.978 kg/ha gesenkt wurden. Dadurch wird die gesamte Rizinussaatproduktion nun auf etwa 1,70 Millionen Tonnen prognostiziert, was einem moderaten Rückgang von rund 3 % gegenüber den vorherigen Schätzungen entspricht.
Trotz der Anlieferungen von Rizinussaaten am physischen Markt sind die Preise in den vergangenen Wochen weitgehend stabil geblieben, was auf eine robuste Nachfrage und begrenztes Abwärtspotenzial auf dem aktuellen Niveau hindeutet. Marktteilnehmer erwarten hohe Anlieferungsmengen bis etwa zum 20. Mai, danach könnten geringere Zuflüsse sowie wetterbedingte Unsicherheiten in der späteren Saison die Preise stützen, wobei der Markt voraussichtlich bis August in einer Seitwärtsbewegung verbleibt.
In Europa halten höhere Transport- und Logistikkosten die Rizinusölpreise weiterhin auf erhöhtem Niveau, trotz stabiler Marktbedingungen für Saatgut in Indien.
Öle aus Eigenproduktion in Bischofswiesen
Bio-Rapsöl
Der Winterraps befindet sich derzeit in der Vollblüte. Die Bestände präsentieren sich regional unterschiedlich, abhängig von den bisherigen Niederschlagsmengen. Die ausgesäten Hektar sind begrenzt.
Für die weitere Entwicklung der Kulturen werden die Wetterbedingungen der kommenden Wochen entscheidend sein. Besonders wichtig sind stabile Bedingungen während der Abreife – ohne schwere Gewitter, Hagel oder stärkeren Schädlingsdruck. Aktuell steht vor allem der Rapsglanzkäfer während der Blüte im Fokus, anschließend der Kohlschotenrüssler nach der Blüte.
Die Rapsernte wird ab Juli erwartet. Erstes Öl aus neuer Ernte wird ab August/September verfügbar sein.
Bio-Sonnenblumenöl
Die Aussaat der Bio-Sonnenblumen befindet sich in Süd- und Osteuropa in den letzten Zügen. In Deutschland laufen die Aussaatarbeiten aktuell auf Hochtouren. Insgesamt wird für die kommende Ernte mit einer Ausweitung der Anbauflächen gerechnet. Verfügbare Saatpartien aus der alten Ernte bleiben weiterhin begrenzt. Erste Öle aus der neuen Ernte werden voraussichtlich ab November verfügbar sein.
Öle aus Eigenproduktion in den USA
Mandelöl
Aktuelle Branchenschätzungen für die kalifornische Mandelernte 2026 liegen bei rund 2,7 Milliarden Pfund und deuten damit auf ein weiteres stabiles Produktionsjahr hin, anstatt eine Rückkehr zu den außergewöhnlich hohen Erträgen früherer Jahre.
Die Wetterbedingungen zu Beginn der Saison führten zu gemischten Erwartungen: Einerseits sorgten gute Winterkältestunden und gesunde Plantagenbedingungen für positive Signale, andererseits dämpften Regen und niedrige Temperaturen die Entwicklung während der Blüte. Anschließend folgten Phasen mit rekordhohen Temperaturen im März. Im weiteren Saisonverlauf stützten eine verbesserte Wasserverfügbarkeit in wichtigen südlichen und westlichen Anbaugebieten, solide Bestandsentwicklungen bei mehreren Bestäuber-Sorten wie Butte/Padre sowie Erwartungen an größere Kerngrößen die Einschätzung, dass die Ernte letztlich eher in Richtung 2,8 Milliarden Pfund ausfallen könnte.
Zuletzt haben lokale schwere Hagelschläge in Teilen des Central Valley für zusätzliche Unsicherheit gesorgt, wobei in einigen Anbaugebieten sichtbare Schäden an den Mandelplantagen gemeldet wurden, auch wenn die vollständigen Auswirkungen auf die landesweite Produktion zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar sind.
Gleichzeitig bleiben die regionalen Unterschiede erheblich, insbesondere in den nördlichen Anbaugebieten und bei Plantagen, die von ungleichmäßigen Blühbedingungen betroffen waren.
Die allgemeine Marktstimmung bleibt insgesamt fest, da steigende Kosten für Düngemittel, Kraftstoff und Betriebsmittel, anhaltende Anbauflächenreduzierungen sowie strukturell niedrigere Ertragstrends im gesamten Bundesstaat weiterhin einen engeren langfristigen Versorgungsausblick stützen.
Haselnussöl
Wie bereits in unseren früheren Marktberichten hervorgehoben, wurde die Haselnussernte im letzten Jahr erheblich durch eine Kombination widriger Wetterbedingungen beeinträchtigt, darunter ein schwerer Frühlingsfrost in der Türkei und extreme Sommerhitze in den wichtigsten europäischen Anbaugebieten. Diese Ereignisse führten zu einer erheblichen Verknappung des Angebots und zu starken Preisanstiegen auf dem gesamten Markt, trotz einer ausgezeichneten Ernte 2025 in Oregon.
Da wir unsere Haselnüsse aus Oregon beziehen, konnten wir auch in diesem besonders schwierigen Marktumfeld eine konstante Verfügbarkeit gewährleisten. Mit Blick auf die Zukunft bleiben die Marktaussichten für die kommenden Monate ungewiss, wobei die Preise vorerst weiterhin auf einem hohen Niveau bleiben dürften.