Marktberichte

Marktbericht Oktober 2021

Pflanzliche Öle

 

Allgemein

Die Märkte sind weiterhin von sehr hohen Preisen und eingeschränkter Verfügbarkeit gekennzeichnet. Nachdem viele Marktteilnehmer in Erwartung der großen Sonnenblumenernten und einer anziehenden Palmölproduktion die benötigten Abdeckungen noch nicht getätigt haben, da sie auf fallende Preise hofften, tritt nun das Gegenteil ein.

Palmöl sorgt nicht für die erhoffte Entspannung, da immer noch keine größeren Bestände während der Hochsaison aufgebaut werden konnten, weil es Covid-bedingt weiterhin an Arbeitskräften für die Ernte in den Feldern fehlt. Gleichzeitig hat Indien größere, bedeutende Mengen gekauft und es gibt Meldungen, dass die indische Regierung die Importzölle auf Pflanzenöle senken wird, um die Preissteigerung im Land zu dämpfen. Die Mineraöl- und Energiepreise bewegen sich weiterhin auf hohem Niveau, so dass die Biodieselindustrie auch weiterhin große Mengen an Pflanzenöl nachfragt.

Sonnenblumenöl

Viele Farmer und Saatverkäufer sind weiterhin sehr zurückhaltend mit Verkäufen, so dass trotz einer sehr guten- wenn auch etwas verspäteten- Ernte weiterhin kein Preisdruck aufkommt. Verschiedene Marktteilnehmer investieren sogar in zusätzliche Lagerkapazitäten, was die Preisniveaus weiter stützt. Daher ist noch keine Entspannung in Sicht. Große Anbieter haben ihre Kapazitäten bereits ausgelastet. Auch das erste Quartal ist bereits gut gebucht. Für vordere Termine bleibt die Ware damit knapp und es werden Prämien verlangt.

Rapsöl

Weiterhin herrscht große Knappheit, da nur geringe Mengen zur Verfügung stehen. Im vierten Quartal werden offiziell keine Mengen angeboten. Kleinere Teilmengen können noch vor Ort mit Aufpreisen verfügbar sein. Auch die Termine bis zur neuen Ernte (ab Juli) notieren sehr stabil. Damit sind viele Verbraucher gezwungen auf andere Öle -hauptsächlich Sonnenblumenöl -auszuweichen, was diese wiederum preislich unterstützt.

Sojaöl

Die weltweiten Sojabestände sind etwas höher als erwartet, da die Nachfrage nach Sojaschrot rückläufig war. Dies führte zu einer geringeren Sojaölproduktion. Gleichzeitig erhöhte Argentinien die lokale Biodieselproduktion, was die Verfügbarkeit von Sojaöl für den Export deutlich verringerte. Damit bleiben auch die Sojaölpreise weiterhin stabil und viele Verbraucher wichen kurzfristig wieder auf Palmöl aus. In Brasilien wird eine gute Ernte erwartet, da die Anbauflächen unerwartet stark ausgeweitet wurden.

Fazit

Die Märkte werden weiterhin mit den hohen Preisen arbeiten, bis die erwarteten großen Ernten tatsächlich physisch auf den Markt kommen. Abzuwarten bleibt auch, ob die Nachfrage bei Preisen in der aktuellen Höhe bestehen bleibt. Außerdem darf auch die Situation der globalen Logistikketten nicht außer Acht gelassen werden, denn auch der Preisschub bei den internationalen Frachten ist weiterhin ungebrochen. Daher sind vorausschauende Abdeckungen für das erste Quartal sicherlich eine geeignete Maßnahme, um die Versorgung sicherzustellen.

Olivenöl

In Spanien wird eine Olivenölproduktion erwartet, die mengenmäßig in etwa der letzten Saison entspricht. Es deutet sich an, dass der Ölgehalt aufgrund der Wetterbedingungen etwas höher sein wird. Auch die sensorische Qualität wird bis jetzt als besser eingeschätzt. Allerdings ist es in Andalusien weiterhin trocken und mit Temperaturen bis zu 29°C warm. Momentan ist noch kein eindeutiger Preistrend für die neuerntige Ware festzustellen. Allerdings erwarten Italien, Griechenland, Portugal und vor allem Tunesien größere Ernten, was die Nachfrage nach spanischem Öl vor allem für die vorderen Termine verringern wird. Dies deutet darauf hin, dass die Preise für neuerntige Ware zum Jahresende zurückgehen könnten. Für deutlichere Preisreduktionen wären allerdings günstige Regenfälle nötig. Diese würden zwar die aktuelle Ernte nicht beeinflussen, aber die Erwartungen für die Zukunft verbessern.

 

 

Öle aus Eigenproduktion in den USA

 

Mandelöl

Die internationalen Logistikprobleme werden zu einem immer größeren Problem. Die Verschiffungen gingen in diesem Monat um 12,8% zurück. Die Nachfrage ist nach wie vor vorhanden, aber Hunderte von Containern mit Mandeln stehen im Hafen und sind noch nicht verschifft worden. Die neue Ernte ist eingetroffen und die Unabhängigkeit nimmt weiter zu. Der Schädlingsbefall liegt bei 1,92%, was einem Anstieg von 40% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Erntemenge wird immer noch auf etwa 1,3 Mio. Tonnen geschätzt, und die Preise steigen weiter.

Pistazienkern Öl

Die Pistazienernte in Arizona ist fast abgeschlossen, in Kalifornien ist die Hälfte der Ernte eingebracht, und die Ernte sieht bisher gut aus. Die Nachfrage nach Pistazien steigt jedoch weltweit weiter an, wobei die größten Zuwächse in Europa und Asien zu verzeichnen sind. Vor allem in China und Deutschland ist diese gesunde Nuss immer mehr gefragt. Die USA als eines der Hauptproduktionsländer von Pistazien weltweit haben für das Wirtschaftsjahr 2020/2021 insgesamt über 320.000 MT verschifft. Dies entspricht einer Steigerung von über 20% gegenüber dem Vorjahr und führt in den USA zu einem recht überschaubaren Übertrag von der Ernte 2020 auf die Ernte 2021. Die anderen großen Pistazienerzeugerländer wie der Iran und die Türkei haben 2021 eine kleinere Ernte, was insgesamt zu einer weiteren Festigung der Preise bis weit ins Jahr 2022 führen wird.

Walnussöl

In dem Gebiet unserer Produktionseinheit Caloy, das im Central Valley Kaliforniens liegt, beginnt gerade die Ernte.
Der Umfang der neuen Ernte ist gering und die Preise sind deshalb um über 30% gestiegen.

 

Alle aktuellen Spezifikationen finden Sie auf unserer Website.

Marktbericht als PDF ansehen