Marktberichte

Marktbericht Mai 2021

Pflanzliche Öle

 

Allgemein

Die Preise für die mengenmäßig bedeutendsten Pflanzenöle (Palm, Soja, Raps, Sonne, Palmkern, Kokos) sind in den vergangenen Wochen auf den Höchststand der letzten Dekade geklettert. Das ist vor allem auf die stark rückläufige Produktion von Sonnenblumenöl und die für die Jahreszeit unterdurchschnittliche Palmölerzeugung zurückzuführen. Gleichzeitig wollen verschiedene Länder-allen voran die USA- die Herstellung von Biodiesel ausweiten. Damit wird zusätzlicher Bedarf erzeugt, was die festen Preisniveaus weiter unterstützt. Ab der Jahresmitte wird erwartet, dass die Palmölproduktion wieder deutlich Fahrt aufnehmen wird und so den allgemeinen Preisauftrieb dämpfen kann. Aktuell aber sind die vorderen Termine immer noch sehr knapp. Vor allem im vierten Quartal könnten die Preise dann wieder weiter zurückkommen, wenn die neue Sonnenblumenernte auf der Nordhalbkugel auf den Markt kommen wird. Allerdings muss abgewartet werden, wie die Wetterbedingungen sich in den Hauptanbauregionen entwickeln werden. Für genauere Einschätzungen der Ernte ist es noch zu früh. Fest steht aber, dass viele Landwirte aufgrund der hohen Preisniveaus größere Flächen v.a. mit Sonnenblumen bestellt haben. Weitere Unwägbarkeiten für die Preise bestehen in den potenziellen Exportzöllen.  Diese haben sich verschiedene Erzeugerländer als Mechanismus vorbehalten, die Nahrungsmittelpreise im eigenen Land zu günstig zu halten.

Sojaöl

Die Sojaölpreise haben angetrieben von der großen Nachfrage der US-Biodieselindustrie in den letzten Tagen immer neue Höhen erreicht. Vor allem die Qualitäten, die aus nicht genmodifizierten Sojabohnen hergestellt werden, sind für das zweite Quartal nicht mehr verfügbar und nur noch in sehr geringem Umfang für das dritte. Die Prämien auf das Standardprodukt sind inzwischen bei fast 100 % angekommen.

Sonnenblumenöl

Geringere Spotmengen sind für das zweite und dritte Quartal noch verfügbar. Diese werden jedoch weiterhin mit deutlichen Prämien auf Sojaöl und Rapsöl gehandelt. Stand heute wird Ware aus der neuen Ernte im 4. Quartal mit Abschlägen von ca. 20 % auf die Spotmarktpreise angeboten.

Rapsöl

Auch hier verharren die Preise auf sehr hohem Niveau und auch für neuerntige Ware gibt es keine signifikanten Abschläge. Dies ist einerseits auf die hohe Nachfrage aus China und andererseits auf das ungewöhnlich geringe Angebot kanadischer Rapssaat zurückzuführen. Die unerwartet hohe Nachfrage lokaler Biodieselproduzenten ist ein weiterer Preistreiber.

Fazit

Die Märkte werden aus heutiger Sicht im Vergleich zum Vorjahr weiterhin relativ stabil bleiben. Die Hoffnung auf gute Ernten auf der Nordhalbkugel und die sich ausweitende Palmölproduktion wirken preisdämpfend, vor allem für hintere Termine. Es ist aber ungewiss, wie sich die einzelnen Volkswirtschaften nach Abklingen der Corona-Pandemie entwickeln werden. Der starke Wille der Politik, die Klimabilanzen zu verbessern, wird zu einer verstärkten Nachfrage nach Pflanzenölen führen. Die weltweiten Engpässe auf verschiedenen wichtigen Logistikrouten verteuern Frachten und schränken die kurzfristige Verfügbarkeit vieler Rohstoffe teilweise ein. Dies führt wiederum zu deutlichen Preissteigerungen. Daher liegt das Augenmerk vieler Marktteilnehmer zunächst auf der Sicherstellung der physischen Versorgung der jeweiligen Produktionen. Zuletzt dürfen die Aktivitäten der reinen Finanzinvestoren auf den Pflanzenölmärkten nicht vergessen werden. Mit den ihnen zur Verfügung stehenden großen Geldsummen möchten sie Gewinne erzielen. Damit haben sie die Märkte in den letzten Monaten immer wieder zu noch nicht bekannten Preisbewegungen gebracht haben.

 

Öle aus Eigenproduktion in den USA

 

Mandelöl

Im April veröffentlichte das USDA seine Schätzung der Anbaufläche. Letztes Jahr wurden 1,25 Mio. Acres geerntet, dieses Jahr sind es 1,33 Mio. Acres. Die Anbaufläche ist der eine Teil, der Ertrag ist der andere. Die offizielle subjektive Schätzung wird am 12. Mai veröffentlicht, aber das USDA schätzt 2150 - 2200 lbs/acre, was eine Ernte von 1,2 – 1,3 Mio. Tonnen bedeutet. Andere Schätzungen zeigen niedrigere Zahlen von etwa 1,2 Mio. Tonnen. Die Preise für Mandeln sind fest, viele Landwirte glauben, dass die Preise steigen werden, da die Lagerbestände nach mehreren Rekordversandmonaten abnehmen.

Pistazienkern Öl

In Kalifornien sieht die Ernte stabil aus, es ist noch zu früh, um etwas über den Nussansatz und die Rohlinge zu sagen. Allerdings stiegen die Preise aufgrund der Nachricht, dass die iranische Ernte einen Verlust von 50 % aufgrund von Frost haben könnte, stark an.

Walnussöl

Vorläufige Berichte besagen, dass die Ernte kleiner ausfallen wird. Dies basiert auf dem heißen Wetter früher und dann einem überraschenden Frost. Es gibt auch viele Berichte von Landwirten, die Walnussplantagen entfernen. Das USDA hat noch keine erste Schätzung für Walnüsse veröffentlicht.

 

Alle aktuellen Spezifikationen finden Sie auf unserer Website.

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