Marktberichte

Marktbericht März 2021

Pflanzliche Öle

 

Sojaöl

Aufgrund der schwindenden Verfügbarkeit von Sonnenblumenöl und Rapsöl und der immer noch unterdurchschnittlichen Produktion von Palmöl sind die Marktteilnehmer in der letzten Zeit vermehrt auf Sojaöl umgestiegen. Vor allem Argentinien hat in den letzten Wochen große Lieferkontrakte geschlossen. Allerdings besteht die Befürchtung, dass die aktuell überdurchschnittlich warmen Wetterbedingungen die Ernte in Mitleidenschaft ziehen könnte. Auch die Bedingungen in Brasilien waren nicht gut. Hier befürchteten Experten Ernteeinbußen verursacht durch starke Regenfälle. Aus diesen Entwicklungen resultierte bei Sojaöl eine signifikante Preissteigerung von etwas über 65 % in den letzten 10 Monaten. Vergleichbare Niveaus gab es zuletzt 2007 und 2011, wo allerdings die Mineralölpreise deutlich höher waren und die Situation daher nicht vergleichbar ist.

Sonnenblumenöl

Die Sonnenblumenölpreise erreichten in der letzten Woche ein 13 Jahreshoch und die Prämie auf Sojaöl stieg auf ca. USD 440/Tonnen. Die physisch verfügbaren Mengen in der Ukraine und auch Russland werden in den kommenden Monaten bis zur neuen Ernte deutlich abnehmen. Daher ist von weiterhin festen Preisen auszugehen.

Rapsöl

Auch Rapsöl ist in der letzten Zeit im Sog von Sonnenblumenöl, Palmöl und Sojaöl deutlich gestiegen.
Bis zur neuen Ernte sind nur noch geringe Mengen verfügbar. Ab Juli kommt dann die neue Ernte auf den Markt.

Ausblick

In Russland, aber auch der Ukraine wird sich die Anbaufläche von Sonnblumen aufgrund der aktuell attraktiven Preise deutlich ausweiten. Die südamerikanischen Sojaernten stehen dem Markt zunehmend zur Verfügung und auch in Südost-Asien zieht die Palmölproduktion saisonbedingt wieder an. Das könnte in den nächsten Wochen die Märkte beruhigen. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass der Bedarf der Biodieselindustrie weiterhin hoch bleiben wird, da die Beimischungsquoten von den Regierungen immer strikter gehandhabt werden.
Ein weiterer wichtiger Faktor bei den Preissteigerungen der letzten Zeit waren die Aktivitäten der Investmentfonds, die sich in immer stärkerem Maße an den Rohstoffmärkten engagiert haben. Immer größere Mengen „billigen Geldes“ suchen bestmögliche Renditemöglichkeiten. Vor allem kurzfristig, was den Preisanstieg der Pflanzenöle zusätzlich beschleunigt hat. Sollten hier bedeutende Investoren Gewinne mitnehmen und aussteigen, könnte dies die Preisniveaus wieder zurückbringen. Die inverse Preissituation wird bis in den Herbst weiter bestehen bleiben, bis die neuen Raps- und Sonnenblumenernten physisch auf dem Markt verfügbar sein werden. Bei kurzfristigen Bedarfen muss zum Teil mit hohen Prämien gerechnet werden, da alternative Mengen immer knapper werden.

Olivenöl

Die Olivenölproduktion im Februar betrug in Spanien rund 219.000 Tonnen. Damit wurden aus der Ernte 2020/2021 bisher ca. 1.330.000 Tonnen Olivenöl hergestellt. Die Produktion im März ist in der Regel etwas geringer, sodass mit einer Gesamtproduktion von 1.440.000 Tonnen gerechnet wird. Die aktuellen Bestände belaufen sich auf ungefähr 1.190.000 Tonnen zum 28.2.2021. Bei einem monatlichen Abfluss von ca. 130.000 Tonnen werden die Bestände zum Ende der Kampagne Ende Oktober relativ niedrig sein. Gleichzeitig wird der Export in die USA wieder zulegen, nachdem die von den USA auferlegten Importzölle auf spanisches Olivenöl zunächst ausgesetzt wurden. Dies könnte den Bedarf weiter erhöhen. Nachdem die Wetterbedingungen im Frühjahr bisher recht gut waren, könnte sich dies positiv auf die kommende Ernte auswirken. Das kann an der im Mai stattfindenden Olivenblüte abgelesen werden. Sollten die Olivenbäume in diesem Jahr viele Blüten tragen, ist mit einer guten Ernte ab November zu rechnen. Das könnte die Märkte wieder etwas beruhigen.

 

Öle aus Eigenproduktion in den USA

 

Mandelöl

Die Blütezeit ist in vollem Gange. Die Bedingungen für die Blüte sind perfekt: Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad sowie kühle Nächte und volle Sonne. Der letzte Verschiffungsbericht des „Almond Board of California“ zeigt, dass die Ernte für 2020 bei über 1,4 Mio. Tonnen liegt. Die Nachfrage nach dieser gesunden Nuss steigt und die Preise bleiben sehr stabil. Besonders die Verwendung von Mandelöl als Zutat für Mandelbutter nimmt zu, da die Haushalte Erdnussbutter aufgrund von Allergiebedenken durch Mandelbutter ersetzen.

 

Pistazienkernöl

Die Verschiffungszahlen sind stark und abgesehen von einigen Hafenproblemen bezüglich des Exports sind auch die internationalen Verschiffungen gut.
Die Pistazienblüte scheint sich in Woche 10 - 11 zu entwickeln.

 

Alle aktuellen Spezifikationen finden Sie auf unserer Website.

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