Marktberichte

Marktbericht Juli 2026

Aktuelle Marktsituation von Sojaöl, Rapsöl, Sonnenblumenöl, Olivenöl, Rizinusöl, Mandelöl, Walnussöl und Pistazienkernöl.

Pflanzliche Öle

 

Allgemeine Informationen

Die Verschärfung der kriegerischen Auseinandersetzungen im Irankrieg hat die Mineralölpreise wieder stark steigen lassen. Auch die Düngerpreise haben sich in diesem Zuge befestigt.
Durch den Drohnenkrieg am Schwarzen Meer zwischen Russland und der Ukraine sind die Verschiffungen von Sonnenblumenöl und Sonnenblumenkernen stark beeinträchtigt.
All diese Faktoren wirken sich auf die aktuellen Preisentwicklungen der wichtigsten Pflanzenöle aus.

Sojaöl 

Die Nachfrage nach Sojaöl hat in den vergangenen Wochen aufgrund der hohen Preise für Sonnenblumenöl und Palmöl deutlich zugenommen. Ein Schlüsselfaktor bleibt die US Biodieselindustrie. Sollten die Vorhersagen der USDA eintreffen, müssen Verarbeitung und Import deutlich ausgeweitet werden, was die Nachfrage weiter steigern wird. Auch in Brasilien bleibt der Bedarf der Biodieselindustrie hoch, die Beimischungsquote liegt bei aktuell weiterhin 15 %. Allerdings erlaubt ein neuer Erlass die Quote freiwillig zu erhöhen. Diese Entwicklungen werden die Exportmengen weiter beschränken.
Insgesamt bleibt die weltweite Nachfrage hoch. Die Entwicklungen der heranwachsenden Ernte werden zu einem immer wichtigeren Element der Preisbildung auf den Sojaölmärkten.

Rapsöl

Auch die Rapsölpreise haben sich im Sog der anderen Pflanzenöle befestigt. Aufgrund der Überholungsarbeiten verschiedener Rapsverarbeiter sind die Kapazitäten für Juli und August knapp und es müssen Aufschläge bezahlt werden. Auch bei Rapsöl spielt die Biodieselindustrie eine große Rolle, da sie weiterhin große Mengen nachfragt. Generell wird die neue Ernte in Europa positiv beurteilt. Auch Kanada meldet eine Ausweitung der Rapsölproduktion. Damit sollte der Markt gut versorgt sein. Allerdings lässt die aktuelle Lage an den Weltmärkten die Hoffnung auf deutliche Preisrückgänge in diesem Jahr schwinden.

Sonnenblumenöl

Die Verfügbarkeit für alterntige Ware wird immer knapper, so dass für Spotmengen (wenn verfügbar) deutliche Aufschläge verlangt werden. Ab Oktober mit dem Eintreffen der neuen Ernte entspannt sich die Situation etwas. Aber in den letzten Tagen haben sich die Preise auch für neuerntige Mengen verteuert, da die sich intensivierenden Drohnenangriffe am Schwarzen Meer die Verschiffungen behindern oder stoppen. Die niedrigen Wasserstände erhöhen zusätzlich die Logistikkosten in der Binnenschifffahrt.
Insgesamt geben die heranwachsenden Ernten kein einheitliches Bild ab. So melden französische Bauern aufgrund von Hitze und Trockenheit potentielle Ernteeinbußen, in Südosteuropa sind die Erwartungen etwas besser. Allerdings sind noch einige Regenfälle bis zur Ernte nötig, um gute Erträge zu gewährleisten.

Olivenöl

Zum 30.06.2026 beliefen sich die Bestände in Spanien auf 683.345 tons. Diese Menge ist ausreichend, um die den Zeitraum bis zur neuen Ernte gut zu überbrücken. Die Erwartungen für die kommende Ernte sind nach den ergiebigen Regenfällen im Winter und Frühjahr und der sehr guten Blüte im Mai sehr positiv. Bisher haben Hitze und Trockenheit keine größeren Schäden angerichtet. Es bleibt zu hoffen, dass dies so anhält. Dann wird eine Olivenölproduktion in Spanien möglich sein, die deutlich über 1,5 Mio. tons liegen könnte. In den anderen Ländern des Mittelmeerraumes sind die Erwartungen für die kommende Ernte auch positiv.

Rizinusöl

Die Rizinusernte 2026 ist nun abgeschlossen. Für hochwertiges pharmazeutisches Rizinusöl liegt der Schwerpunkt nun darauf, sicherzustellen, dass das verfügbare Saatgut ordnungsgemäß gelagert und sorgfältig verarbeitet wird.
Die Aufmerksamkeit richtet sich bereits auf die Ernte 2027. Der Südwestmonsun verlief in diesem Jahr ungleichmäßig und verspätet, wobei in den wichtigsten Rizinusanbaugebieten nur begrenzte Niederschläge fielen.
Infolgedessen hat die Aussaat auf nicht bewässerten Rizinusfeldern noch nicht begonnen. Sollten bis etwa zum 15. August keine ausreichenden Niederschläge eintreffen, könnten die Anbaufläche und das Gesamtvolumen der Rizinusernte 2027 erheblich zurückgehen.
Der verspätete Monsun wird zudem mit Sicherheit die Verfügbarkeit des ersten Öls aus der neuen Ernte im ersten Quartal 2027 verzögern.
Eine solche Entwicklung könnte in den kommenden Monaten zu erheblichen Preisanstiegen bei Rizinussamen und Rizinusöl führen.
Die Samenpreise in Indien zeigen aufgrund des Saisonendes und der Unsicherheit hinsichtlich der Ernte 2027 bereits einen allmählichen Aufwärtstrend. Zudem lagen die Exporte aus Indien zwischen Januar und Juni 2026 um 12 % höher als im gleichen Zeitraum des Jahres 2025.
Darüber hinaus ist der Seetransport aus Indien zunehmend schwieriger geworden.
Die Schiffskapazitäten sind sehr begrenzt, während die Frachtraten weiterhin hoch sind.
Dies erhöht den Druck auf die Verfügbarkeit der Lieferungen und die Einstandskosten zusätzlich.

 

Öle aus Eigenproduktion in den USA

 

Mandelöl

Die Mandelernte entwickelt sich in diesem Jahr deutlich früher als erwartet. Selbst spätere Sorten wie „Butte“ und „Padre“ werden voraussichtlich in etwa vier Wochen erntereif sein, also rund einen Monat früher als üblich. In einigen Plantagen ist bereits ein Aufbrechen der Schale zu beobachten, was für die Sorte „Nonpareil“ zu dieser Jahreszeit normal ist, für Bestäubersorten jedoch ungewöhnlich früh. In einigen Gebieten im Westen des Central Valley haben die Erntearbeiten bereits begonnen, was für diese Jahreszeit höchst ungewöhnlich ist. Im Laufe der Ernte werden wir ein klareres Bild vom Erntevolumen erhalten, das geringer ausfallen könnte als bisher erwartet.

Walnussöl

Aus dem am 7. Juli veröffentlichten Versandbericht geht hervor, dass die Branche möglicherweise mit einem geringeren Überhang in die neue Ernteperiode starten wird.
Dies ist insbesondere für Walnüsse von Bedeutung, da diese eine vergleichsweise begrenzte Haltbarkeit haben.

Pistazienkernöl

Der Pistazienmarkt bleibt weiterhin äußerst angespannt. Das Angebot an Kernen ist sehr begrenzt, und selbst deutlich höhere Angebote führen derzeit nicht zu einer nennenswerten Verfügbarkeit auf dem Spotmarkt. Bestehende Verträge für Kerne guter Qualität liegen Berichten zufolge bei etwa 10,50 USD/lb. Der Übertrag auf die nächste Ernte dürfte minimal ausfallen.
Die neue Ernte sieht derzeit sehr vielversprechend aus und könnte die Produktion des Vorjahres übertreffen. Die weltweite Nachfrage bleibt jedoch außergewöhnlich stark und wächst im Lebensmittel- und Getränkesektor weiter an. Die Einführung neuer Produkte durch große internationale Marken übt zusätzlichen Druck auf den ohnehin schon angespannten Markt aus. Selbst bei einer größeren Ernte ist daher derzeit nicht mit einer wesentlichen Entspannung der Preissituation zu rechnen.

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