Marktberichte

Marktbericht Juli 2022

Pflanzliche Öle

 

Allgemein

In den letzten Wochen sind die Preise für Palmöl, Sojaöl, Rapsöl und Sonnenblumenöl zum Teil deutlich zurückgegangen. Dies ist zunächst auf die Rücknahme des Exportbanns Indonesiens für Palmöl zurückzuführen. Aber auch der Anbau von Ölsaaten wurde in der letzten Zeit deutlich ausgeweitet-motiviert durch die überdurchschnittlich hohen Preise der vergangenen Monate. Dies sollte letztlich zu einem deutlich vergrößerten Angebot führen (Experten schätzen ein mögliches Plus der Pflanzenölproduktion von über 7 Mio. Tonnen für Oktober 2022/September 2023). Voraussetzung hierfür sind allerdings „normale“ Wetterbedingungen in den relevanten Anbaugebieten. Eine weiterer Faktor wird der Fortgang im Ukrainekonflikt sein, der bestimmt, inwieweit Saaten und Öle aus diesem wichtigen Exportland zur Verfügung stehen werden.

Sojaöl

Der Bedarf an Sojaöl ist in den vergangenen Monaten stark angestiegen. Dies ist auf die geringere Verfügbarkeit von Sonnenblumenöl und Rapsöl und den indonesischen Exportbann für Palmöl zurückzuführen. Auch die Preise für Sojaöl gaben in der letzten Zeit im Sog der Palmölpreise etwas nach, aber blieben immer noch verhältnismäßig fest, was auf die weiterhin große Nachfrage und die dadurch limitierte Verfügbarkeit vor allem für vordere Termine zurückzuführen ist. Spotmengen werden auch weiterhin nur mit größeren Aufschlägen gehandelt.

Sonnenblumenöl

In der Ukraine lagern immer noch größere Mengen Sonnenblumensaat aus der letzten Ernte. Allerdings ist weiterhin ungewiss, wie diese ihren Weg in die Märkte finden. Die Politik und verschiedene Exporteure arbeiten an Lösungen, diese Mengen über die aktuell blockierten Schwarzmeerhäfen aber auch auf dem Landweg nach Europa und andere Regionen zu verbringen. Dies ist auch deshalb wichtig, da die neue Ernte, die zwar deutlich kleiner als die aktuelle sein wird, wieder in den noch teils vollen Silos eingelagert werden muss. Insgesamt wird mit einer Steigerung der weltweiten Sonnenblumenölproduktion für die kommende Ernte um ca. 5 % auf über 20 Mio. Tonnen gerechnet. (Allerdings liegt hier die Annahme zugrunde, dass der Konflikt in der Ukraine in absehbarer Zeit zu Ende gehen wird.) Die Verfügbarkeit ist aktuell auch für vordere Termine (alterntige Ware) gegeben und weiterhin werden Mengen aus der Ukraine von zahlreichen Anbietern in der EU offeriert. Die Preise sind in den letzten 3 Wochen um fast 15 % zurückgekommen.

Rapsöl

Vor allem die deutliche Vergrößerung der Anbauflächen in Kanada lassen auf eine deutliche Steigerung der weltweiten Rapsernten schließen. Experten gehen von einer Gesamtmenge von deutlich über 72 Mio. Tonnen aus, was ein Plus von knapp 12 % gegenüber dem Vorjahr bedeuten würde. Dies macht Rapsöl wieder attraktiver für verschiede Anwendungen in der EU. Weiterhin werden in der EU Reduzierungen der Beimischungsquoten zum Diesel diskutiert. Diese Reduzierungen würden sich deutlich dämpfend auf die Rapsölpreise auswirken. Zum jetzigen Zeitpunkt liegen noch keine Beschlüsse vor.

Olivenöl

Aufgrund des heißen und außergewöhnlich trockenen Wetters werden in den Anbauländern der Mittelmeerregion deutliche Ernterückgänge befürchtet. Dazu kommt noch, dass vor allem in den Anbaugebieten mit hoher Produktivität die Hektarerträge in diesem Jahr geringer ausfallen könnten, nachdem diese im Vorjahr recht gut waren. Die Preise auf dem Spotmarkt ziehen nach einer relativ konstanten Phase gerade wieder fühlbar an.

Ausblick

Ein wichtiger Faktor für die Preisentwicklungen der kommenden Monate werden die Wetterbedingungen in den jeweiligen Anbauregionen sein. Diese können immer wieder zu einer größeren Volatilität der Märkte führen. Aber auch Energiepreise, die die Produktions- und Logistikkosten in die Höhe treiben, wirken sich spürbar auf die Preise für Pflanzenöle aus. Über all diesen Entwicklungen schwebt der weiterhin ungewisse Fortgang der Ukrainekrise, der je nach Ausgang die Situation der Weltwirtschaft signifikant beeinflussen wird.

 

Öle aus Eigenproduktion in den USA

 

Mandelöl

Die Preise für Mandeln sind während der Verschiffungskrise stabil geblieben. Die Almond Alliance of California hat in Zusammenarbeit mit der Union Pacific Railroad und einer der größten internationalen Reedereien, CMA CGM, große gemeinsame Anstrengungen unternommen. Sie haben sich mit den Häfen von LA, Long Beach und Oakland zusammengetan und suchen gemeinsam nach Lösungen für die logistischen Probleme, die dazu geführt haben, dass kalifornische Mandelprodukte nicht in die Hände der Verbraucher gelangten. Der objektive Bericht des USDA wird am 6. Juli erscheinen und uns ein klareres Bild von der Lage der Mandelindustrie und der nächsten Ernte geben.

Pistazienkernöl

Die Preise für kalifornische Pistazien sind aufgrund eines Rückgangs der Lieferungen aus dem Iran gestiegen. In der Provinz Kerman, im Iran Pistazien angebaut werden, herrschten Ende März eisige Temperaturen. Dieser Frost hat einen Großteil der diesjährigen Ernte vernichtet.

Walnussöl

Kalifornische Walnüsse haben mit denselben Versandproblemen zu kämpfen wie Mandeln. Aufgrund der kürzeren Haltbarkeit sind Walnüsse stärker von Versandverzögerungen betroffen.Die kalifornischen Walnussbauern wurden auch durch den Winterfrost geschädigt, der zu weit verbreiteten Berichten über einen verzögerten Blattaustrieb und einen geringeren Nussansatz führte. Da die Nachfrage weiter steigt, werden die kalifornischen Walnussbauern diese Probleme lösen müssen.

 

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