Marktberichte

Marktbericht Januar 2021

Pflanzliche Öle

 

Das vergangene Jahr war durch eine sehr starke Preisschwankung gekennzeichnet. Zu Beginn des Jahres starteten Sojaöl, Rapsöl, Sonnenblumenöl und auch Palmöl auf einem recht festen Niveau. Zur Jahresmitte gaben sie unter dem Eindruck der Corona Pandemie und dem weltweiten Zurückfahren der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aktivitäten deutlich nach. Ab dann konnten die Preise sich allmählich wieder erholen, denn die Nachfrage stieg stärker als erwartet an. Vor allem China trat hier deutlich in Erscheinung. Die Preissteigerungen wurden ab Spätsommer durch ungünstige Wetterbedingungen bestärkt. So verdoppelten sich die Preise für rohes Palmöl im 2. Halbjahr von ca. USD 500/Tonne auf über USD 1000/Tonnen. Der Grund dafür ist die überraschend niedrige Produktion und die sich ständig verringernden Bestände.

Auch die Preise für rohes Sonnenblumenöl explodierten förmlich und verdoppelten sich im Verlauf des vergangenen Jahres bis heute. Grund hierfür ist die unerwartete, trockenheitsbedingten Ernteeinbuße in der Schwarzmeerregion. Damit waren viele Verbraucher gezwungen auf andere Öle auszuweichen, was wiederum auch dort die Preisniveaus unterstützte. So stiegen auch die Preise für rohes Sojaöl auf dem Weltmarkt im vergangenen Jahr zwischen April und Dezember um fast 100%. Aktuell beobachten die Experten sorgenvoll die Entwicklungen in Südamerika. Zum einen ist es immer noch sehr trocken im südlichen Brasilien, in Teilen von Argentinien und Paraguay, so dass aktuelle Ernteschätzungen von ca. 184 Mio Tonnen Sojabohnen ausgehen. Dies bedeutet einen Rückgang von knapp 10 % im Vergleich zum Vorjahr. Auch politische Faktoren spielen bei der Preisentwicklung der vergangenen Monate eine große Rolle. Viele exportierende Staaten versuchen durch Exportsteuern an Devisen zu kommen (Argentinien) oder aber die Lebensmittelpreise im Inland stabil zu halten. Das führte letztendlich zu einem geringen Angebot und festeren Preisen..

Folgende Faktoren können im neuen Jahr wichtig für die Preisentwicklung werden:

  • In den kommenden Wochen ist es nicht unwahrscheinlich, dass vor allem Fonds ihre Positionen auflösen und die Gewinne mitnehmen. So werden die Niveaus nach unten gedrückt.
  • Aufgrund der hohen Pflanzenölpreise könnte der Einsatz von Biodiesel uninteressanter werden und so die Nachfrage aus diesem Bereich zurückgehen.
  • Wie werden die Bauern auf die hohen Preise für Ölsaaten reagieren? Es ist wahrscheinlich, dass die angebauten Mengen erheblich zunehmen werden.

Olivenöl

Die diesjährigen Ernten in den Anbauländern und die daraus zu erwartenden Ölmengen fallen eher durchwachsen aus. Spanien erwartet in dieser Kampagne eine Ölproduktion von ca. 1,55 Mio. Tonnen. Bis 31.12.2020 wurden ca. 740.000 Tonnen produziert, das heißt zwischen Januar und März müssten noch ca. 800.000 Tonnen erzeugt werden. Die aktuellen Wetterbedingungen mit starken Regenfällen in Andalusien lassen befürchten, dass diese Mengen nicht ganz erreicht werden können. Aber auch die Sensorik wird in diesem Jahr wieder beeinträchtigt sein, denn durch die Niederschläge wird die Fruchtigkeit „ausgewaschen“, so dass wieder mit einem geringeren Anteil an sensorisch hochwertigen Ölen zu rechnen ist. Das wiederum wird zu deutlichen Prämien führen. Diese Niederschläge füllen die Zisternen der Kooperativen wieder auf, was sich auf die kommende Ernte 2021/2022 positiv auswirken kann. In Italien wird eine Produktion von ca. 250.000 Tonnen erwartet. Im Süden wird mit Einbußen von ca. 30 % gerechnet was die nördlichen Anbaugebiete nicht kompensieren werden. Damit werden italienischen Abfüller verstärkt auf den Import aus Spanien, Griechenland und Nordafrika angewiesen sein. Die Produktion in Griechenland wird wie im Vorjahr bei ca. 230.000 Tonnen liegen, wobei die Qualität besser als im Vorjahr ist. Tunesien verzeichnet deutliche Rückgänge aufgrund überdurchschnittlicher Trockenheit. Es wird eine Produktionsmenge von ca. 146.000 Tonnen erwartet, wovon 120.000 Tonnen in den Export gelangen werden. Die Hauptimporteure sind hierfür in Italien angesiedelt, wo damit unter anderem die Abfüllungen für die großen Handelsmarken in Deutschland im Preiseinstiegssegment gemacht werden. Auch Portugal erwartet eine deutlich kleinere Produktion von 100.000 Tonnen (Vorjahr 150.000 Tonnen).

Wollwachs (Adeps lanae)

Die Situation in der Wollindustrie hat sich bisher nicht verbessert. China arbeitet mit reduzierter Kapazität, ebenso wie Australien. Neuseeland wird die Wolle nicht vor Anfang nächsten Jahres weiterverarbeiten, was eine starke Auswirkung auf die Produktion und die Verfügbarkeit von Wollfett hat. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach der Produktion von Lanolin stark und infolgedessen steigen die Preise.


Öle aus Eigenproduktion in den USA

Mandelöl

Die meisten Landwirte sind mit dem „Mumienschütteln“ fertig, das heißt, sie schütteln die restlichen toten Nüsse von den Bäumen. Dies ist erforderlich, um den Bäumen eine Hygienepause zu verschaffen und z. B. den Ausbruch des Nabel-Orangenwurms im nächsten Frühjahr zu verhindern. Dieser nutzt im Winter die Nüsse zum Überleben. Die verbleibende Feldarbeit, die von den Bauern zu erledigen ist, besteht nun hauptsächlich aus dem Beschneiden der Bäume und der Reparatur von Bewässerungsleitungen. In ein paar Monaten wird der Knospenansatz beginnen, welcher den ersten Hinweis auf die Ernte 2021 geben wird. In Bezug auf Lieferungen und Nachfrage war der November ein weiterer Rekordmonat. Die Inlandsverkäufe stiegen um 12,9 %, die Exporte um 24,9 %. Von der geschätzten Ernte von 1,4 Mio. Tonnen wurde 450.000 Tonnen verschifft. Das sind 54,7 % mehr als im letzten Jahr. Die Händler erwarten einen großen Versandbericht und die Exportlieferungen stiegen um 33% nach China und 23% nach Europa.

Walnussöl

Die Ernte ist abgeschlossen, aber wie bei der Mandelernte ist die Arbeit für die Bauern für dieses Jahr noch nicht getan. Die Bäume müssen so früh wie möglich beschnitten werden, um mögliche Infektionen zu vermeiden. Durch die Entnahme von Blattproben erkennen die Landwirte mögliche Nährstoffmängel in den Bäumen und können die richtige Menge an Dünger aufbringen, bevor der Winter eintrifft. Auch hier führen sie bei Bedarf das „Mumienschütteln“ durch. Einige Landwirte haben im Herbst Deckfrüchte gepflanzt, um die sie sich jetzt kümmern müssen.

Pistazienkernöl

Offiziell eine weitere 450.000-Tonnen-Ernte. Aufgrund der sehr hohen Nachfrage nach dieser beliebten Nuss steigen die Preise weiter an.

Klima

Insgesamt ist es kälter geworden, sodass die Bäume einige kühle Stunden bekommen, die sie brauchen. Der Dezember markierte die erste messbare Menge an Regen im Central Valley von Kalifornien. Das Gebiet des Tals erreichte einen Wasserstand von ca. 4 cm. Ein willkommener Regen für alle. Die Wasserstände der Reservoirs sind für diese Jahreszeit auf einem gesunden Niveau. Das bedeutet, dass genug Wasser für einen trockenen Winter vorhanden ist, aber auch genug, um eine hohe Schneedecke zu bewältigen. Der Regen, den wir im Tal erhalten haben, hat in den Bergen ca. 25 cm Schnee hinzugefügt. Die aktuelle Schneedecke beträgt ca. 78 cm. Es ist noch der Anfang in der Regen-/Schneesaison, im März 2020 gab es ca. 210 cm Neuschnee und im April 2020 kamen nochmal ca. 145 cm hinzu.

 

Alle aktuellen Spezifikationen finden Sie auf unserer Website.

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