Marktberichte

Marktbericht Februar 2021

Pflanzliche Öle

 

Sojaöl

In Chicago zeigten sich die Sojanotierungen wieder sehr volatil und machten die Verluste der vorletzten Woche wieder wett. Auch in Europa zogen die Preise für raffiniertes Sojaöl in den letzten Tagen wieder an. In Brasilien und auch Argentinien haben sich die Ernteerwartungen insgesamt etwas verbessert, da die dringend benötigten Regenfälle quasi auf den letzten Drücker niedergingen. Allerdings erschweren diese Niederschläge die in einigen Bundesstaaten Brasiliens beginnenden Ernten. Außerdem behindern streikende Lastwagenfahrer den Transport der Bohnen zu den Ölmühlen und Häfen. Sollte hier keine verbindliche Einigung mit den Gewerkschaften gefunden werden, könnte es noch zu einem größeren logistischen Problem kommen.

Sonnenblumenöl

In Russland und der Ukraine ist die Sonnenblumenverarbeitung im Dezember und Januar unerwartet stark gestiegen. Aber vor allem in der Ukraine behindert aktuell starker Schneefall die Logistik und somit die Produktion. Auch Häfen sind hiervon betroffen. Die argentinische Sonnenblumenernte fällt geringer aus, was auf die Trockenheit und die daraus resultierenden geringeren Hektarerträge zurückzuführen ist. Somit ist davon auszugehen, dass sich die verfügbaren Mengen bis Oktober weiter verringern werden. Die Preise sind in Europa ab Raffinerie in den letzten 10 Tagen wieder um ca. 5 % angestiegen, da Verbraucher aus der Lebensmittelindustrie den Spotbedarf und auch das 2. Quartal gedeckt haben. Die aktuell herrschenden Wetterverhältnisse, die in verschiedenen Regionen Hochwasser ausgelöst haben, können auch in Europa zu logistischen Problemen der Flussschifffahrt führen, was wiederum Einfluss auf kurzfristige Verfügbarkeiten haben kann.

Rapsöl

Hier ist die Preissituation weiterhin invers. Für Spotbedarfe werden zum Teil hohe Prämien gefordert. In Kanada sind die Bestände ebenfalls deutlich zurückgegangen. Der Bedarf aus der Biodieselindustrie ist in Deutschland gefallen. Ansonsten folgt Rapsöl den Tendenzen von Palmöl, Sojaöl und Sonnenblumenöl. Für eine genauere Schätzung der kommenden Ernte ist es noch ein wenig früh, Experten erwarten für die EU aber keine deutliche Steigerung im Vergleich zur Vorjahresernte.

Ausblick

Aufgrund der aktuell hohen Preisniveaus ist davon auszugehen, dass die Landwirte ihre Anbauaktivitäten wieder deutlich verstärken werden. So wird angenommen, dass in den USA die Aussaatfläche um knapp 10 % ausgeweitet werden könnte. Auch der Anbau von Sonnenblumen wird sich in der Ukraine, Russland aber auch in der EU wieder vergrößern. Die Aussaat wird im Frühjahr erfolgen. Es ist zu erwarten, dass ab September die Preise für die Verbraucher wieder attraktiver sein könnten. Allerdings stehen diese Überlegungen alle unter dem Vorbehalt, dass sich die Wetterbedingungen nicht als ungünstig erweisen werden. Ein weiterer Faktor, der die Abwärtsbewegung der Preise limitieren wird, sind die zum Erntezeitpunkt noch existierenden Bestände der vorherigen Ernte.

Olivenöl

Aufgrund der ungünstigen Wetterbedingungen in großen Teilen Spaniens im Januar gehen Experten inzwischen von einer geringeren Olivenölproduktion in Spanien aus. Zunächst wurde eine Menge von ca. 1,6 Mio. Tonnen Olivenöl prognostiziert. In der Zwischenzeit mehren sich die Stimmen, die eher 1,45 Mio. Tonnen für wahrscheinlicher halten. Durch das feuchte und kalte Wetter hat die Qualität der Oliven gelitten, sodass verhältnismäßig weniger Öl der Qualitätsstufe extra erzeugt wurde. Dies erklärt auch den großen Preisunterschied zu der sogenannten Lampantequalität, die raffiniert wird. Die Preise für Olivenöl sind in den letzten Wochen deutlich gestiegen. Es bleibt nun abzuwarten, ob die Regenfälle sich positiv auf die kommende Blüte der Olivenbäume auswirken wird. Sollte diese im Mai gut ausfallen, könnte sich die weitere Preisentwicklung bis zur neuen Ernte verringern. Viele Endverbraucher in Deutschland scheinen diese Preissteigerung noch nicht bemerkt zu haben, da vor allem der Discounter die Preise im Einstiegssegment deutlich reduziert hat.

 

Öle aus Eigenproduktion in den USA

 

Mandelöl

Die Dezember-Lieferungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 24 % und seit Jahresanfang um 22 %. Die bisherigen Mengen der diesjährigen Ernte liegen bei 1,3 Mio. Tonnen.
Die Mandeln haben begonnen zu knospen und wenn die Temperaturen steigen, sollte die Blüte schnell aufbrechen. Dies sollte Mitte bis Ende Februar der Fall sein. Die Landwirte analysieren jetzt die Blätter und den Boden, um die optimale Menge an Nährstoffen zu berechnen, die die Bäume für die Saison benötigen. Die häufigsten Nährstoffe, die ausgebracht werden, sind Stickstoff, Phosphor, Kalium und Bor.

Walnussöl

Die Exporte nach China sind niedriger als der durchschnittliche historische Wert, aber die Preise bleiben stabil.
Auch in den Walnussanbaugebiet hat der Knospenansatz begonnen.

Pistazienkernöl

Die Verkäufe von Pistazien im Dezember waren sehr stark und bewegen sich wieder nach oben. Die Exporte im Dezember waren um 126% höher als 2019 und die Inlandslieferungen stiegen um 18%.
Die amerikanische Pistazienernte lag bei ca. 470.000 Tonnen.

 

Alle aktuellen Spezifikationen finden Sie auf unserer Website.

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