Marktberichte

Marktbericht November 2020

Pflanzliche Öle

Sojaöl

Nach dem starken Anstieg der Sojapreise im Oktober kam es in der letzten Woche zu einer Beruhigung. An der Börse in Chicago gaben die Preise um ca. 3% nach. Dennoch haben die fundamentalen Daten weiterhin Bestand. Die Wetterbedingungen in Südamerika haben sich verbessert und begünstigen die Aussaat. Allerdings ist diese deutlich verspätet, so dass sich das Risiko einer Trockenheitsperiode für die dann heranwachsenden Sojapflanzen in Südbrasilien deutlich erhöht. Aktuell importiert Brasilien Sojabohnen für den Eigenbedarf.

In Argentinien sind die Lager zwar gut gefüllt, aber die Farmer haben weiterhin wenig bis keine Motivation zu verkaufen. Der Grund dafür sind die eklatanten Diskrepanzen zwischen dem von der Regierung vorgegebenen Wechselkurs und dem inoffiziellen Kurs des Pesos. Die Farmer können keinerlei Vorteile aus den aktuell hohen Preisen auf dem Weltmarkt ziehen und ihre Lagerbestände gewährleisten einen gewissen Inflationsschutz für die Landwirte. Einige Verbraucher schwenken in der Zwischenzeit von dem sich weiter verteuernden Sonnenblumenöl auf Sojaöl, was die globale Nachfrage weiter erhöht. 

Die europäischen Raffinerien sind weiterhin gut ausgelastet, so dass für vordere Termine nur noch kleine Mengen mit entsprechenden Aufschlägen verfügbar sind.

Sonnenblumenöl

Die Exportpreise für rohes Sonnenblumenöl aus der Schwarzmeerregion überstiegen das erste Mal seit 7 Jahren wieder die 1.000 Dollar Marke. Die Sonnenblumenölpreise sind damit in den letzten zwei Monaten um fast 17 % auf dem Weltmarkt angestiegen. Dies führt zu Bedarfsverschiebungen in Indien und anderen Importländern in Richtung Soja- und Palmöl.

Rapsöl

Auch die Rapspreise gaben in den letzten Tagen nach, die Situation in der näheren Zukunft ist nicht ganz deutlich. Die wichtigsten Faktoren für die Preisentwicklungen der kommenden Monate sind:

•    die Nachfrage nach Biodiesel (und damit nach Rapsöl). Diese ist sehr ungewiss, da einige Regierungen in Europa aufgrund der steigenden COVID 19 Infektionszahlen wieder partielle Lockdowns angeordnet haben.
•    stark gestiegene Sonnenblumenölpreise bewirken, dass verschiedene Marktteilnehmer auf Rapsöl ausweichen und damit zusätzliche Nachfrage generieren.
•    die Canola Produktion in Kanada, die etwas hinter dem letztjährigen Rekord zurückbleiben wird, was den Export etwas reduzieren wird.

Auch Rapsöl ist für vordere Termine teuer, Abschläge gibt es auf spätere Termine.


Öle aus Eigenproduktion in den USA

Mandelöl

Glücklicherweise sind bei den Bränden keine Mandelbäume verbrannt, wodurch die Versorgung sichergestellt ist. Einige Weiterverarbeiter gehen davon aus, dass die Ernte 2021 niedriger ausfallen wird als die Diesjährige. Aber die ersten verlässlichen Schätzungen können erst getroffen werden, wenn die Knospen der Mandelbäume austreiben.

Walnussöl

Der durch den Sonnenbrand verursachte Schaden an der Ernte war nicht so schlimm wie erwartet. 

Pistazienkernöl

Die Ernte 2020 zeigt eine Erntemenge von ca. 0,5 Mio. Tonnen und die Qualität ist bemerkenswert. Die Menge an vertrockneten und dunklen Nüssen ist viel geringer als in den vergangenen Jahren.

 

Alle aktuellen Spezifikationen finden Sie auf unserer Website.

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