Marktberichte

Marktbericht März 2026

Aktuelle Marktsituation von Sojaöl, Sonnenblumenöl, Rapsöl, Olivenöl, Mandelöl, Walnussöl und Pistazienkernöl.

Aktuelle Situation

Aufgrund der aktuellen geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten sowie der damit verbundenen Einschränkungen einzelner Transportwege möchten wir Sie vorsorglich über mögliche Auswirkungen auf internationale Lieferketten informieren.

Die derzeit angespannte und schwer kalkulierbare Situation – insbesondere im Hinblick auf eingeschränkte See- und Luftfrachtverbindungen – kann grundsätzlich zu Verzögerungen bei der Versorgung mit einzelnen Rohstoffen führen. Auch wenn unsere Lieferketten aktuell weiterhin stabil sind, können wir nicht ausschließen, dass es in Einzelfällen zu Terminverschiebungen kommen kann.

Wir beobachten die Lage fortlaufend und stehen in engem Austausch mit unseren internationalen Partnern. Gleichzeitig arbeiten wir daran, unsere Lagerbestände rechtzeitig und vorausschauend zu erhöhen, um mögliche Engpässe bestmöglich abzufedern.

Sollten sich konkrete Einschränkungen oder absehbare Verzögerungen ergeben, werden wir Sie selbstverständlich frühestmöglich informieren.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

 

Pflanzliche Öle

 

Sojaöl

US Sojamehl hat sich in den letzten Tagen verteuert, nachdem die Nachfrage in den  USA aber auch aus dem Ausland angezogen hat. Die US Sojaölanbieter hoffen weiterhin auf eine verstärkte Nachfrage von den US Bio Fuel Herstellern. Damit verstärkt sich die Prämie auf südamerikanisches Öl weiter. Die große brasilianische Ernte, die allmählich auf den Markt kommt, wird die Preise aber wieder drücken.

Sonnenblumenöl

Der Markt für Sonnenblumenöl zeigt sich im ersten Quartal weiterhin angespannt. Die knappe Versorgungslage aus der Schwarzmeerregion hat die Preise auf ein Mehrjahreshoch getrieben. Ein weiterer Treiber sind die sich immer weiter verringernden Bestände, so dass die Preise bis zur neuen Ernte im Herbst fest bleiben werden.

Rapsöl

Die Aussichten für die kommende Ernte sind positiv. So wurde die Aussaatfläche für Winterraps in Deutschland um ca. 5 % ausgeweitet. Außerdem bewertet die EU den Zustand des Rapses nach dem Winter als weitgehend zufriedenstellend. Allerdings verzögert sich die Düngung in einigen Regionen aufgrund der übermäßigen Niederschläge. Aktuell bleiben die Preise gekoppelt an den Energiesektor, der weiterhin ein Hauptabnehmer ist, da die Rohölpreise deutlich gestiegen sind. Europäisches Rapsöl ist weiterhin attraktiv, da der Markt zunehmend Sorgen um steigende Logistikkosten bei Importware hat.

Olivenöl

Auch hier haben sich die Preise wieder befestigt, nachdem sich die Hoffnungen auf eine gute Ernte in Spanien nicht erfüllt haben. Durch die außergewöhnlich intensiven Regenfälle von Mitte Dezember bis Mitte Februar konnten bis Ende Januar nur 1.045.000 tons Olivenöl produziert werden. Für den Rest der Kampagne wird mit weiteren 250.000 tons gerechntet, so dass eine Gesamtproduktion von ca. 1.3 Mio tons erreicht werden könnte. Die Bestände zum 31.01.2026 belaufen sich auf 943.000 tons. Somit müssen ca. 1,1 Mio tons bis Ende Oktober den Bedarf abdecken. Auch in den anderen europäischen Anbauregionen fallen die Ernten unterdurchschnittlich aus. So werden in der EU in dieser Ernte nur ca. 2 Mio tons Olivenöl hergestellt, was deutlich unter den Vorjahren liegt, wo 2,6 bis 2,7 Mio tons Olivenöl produziert werden konnte. Die Rekordernte in Tunesien kann diese Mengeneinbußen mit der aktuellen Rekordernte nur teilweise kompensieren. Sehr wichtig für die weitere Preisentwicklung wird nun, wie in den Jahren zuvor, die Olivenblüte sein. Im Mai/Juni können aus ihr die ersten validen Schlüsse für die kommende Ernte gezogen werden. Zumindest sind die Wasserreservoirs in Andalusien gut gefüllt und weitere Wassermengen kommen hinzu, wenn die Schneeschmelze einsetzt.

Die Qualitäten sind in diesem Jahr durch die Witterungsbedingungen stark beeinträchtigt worden. Es kommen verhältnismäßig geringe Mengen der Qualitätsstufe nativ Extra auf den Markt. Den als extra eingestuften Ölen fehlt im Vergleich zu den Vorjahren die Fruchtigkeit. Der Großteil der Olivenölproduktion geht als Lampante Öl in die Raffinerien. So ist die Prämie von extra nativen Ölen auf Raffinat in diesem Jahr besonders ausgeprägt.

 

Öle aus Eigenproduktion in den USA

 

Mandelöl

Die Mandelblüte in Kalifornien ist nun in vollem Gange, die Bäume im Central Valley stehen in voller Blüte und die Bestäubung schreitet voran. Während die Blütezeit mit einer starken Bienenaktivität begann, wird die Region derzeit von heftigen Sturmsystemen heimgesucht.

Ungünstige Wetterbedingungen während der Blütezeit bringen mehrere agronomische Herausforderungen mit sich. Anhaltende Regenfälle und niedrigere Temperaturen können die Bestäubung stören und das Krankheitsrisiko erhöhen. Feuchtigkeit, insbesondere wenn die Blüten geöffnet sind, kann sich auf den Fruchtansatz und das gesamte Ertragspotenzial auswirken.

Die kommenden Wochen werden entscheidend für die Entwicklung der Pflanzen und die allgemeinen Ernteaussichten für 2026 sein. Die Marktteilnehmer werden die Wetterbedingungen und den Zustand der Bäume nach Ende der Blütezeit genau beobachten.

Walnussöl

Strategische Investitionen in der gesamten Branche – darunter die Erschließung von Exportmärkten, die Optimierung der Lieferkette und koordinierte Marketingmaßnahmen – zeigen positive Ergebnisse.

Die Gründung der California Walnut Commission hat die Ausrichtung der Branche weiter gestärkt, wobei der Schwerpunkt eindeutig auf der Steigerung der weltweiten Nachfrage und der Verbesserung der langfristigen Marktstabilität liegt.

Insgesamt bleiben die Aussichten für kalifornische Walnüsse positiv, unterstützt durch ein verbessertes Angebotsmanagement und einen wachsenden internationalen Verbrauch.

Pistazienkernöl

Nach einer historisch großen Ernte zeigen die Pistazienlieferungen weiterhin eine starke Entwicklung. Die Daten zu den Lieferungen zu Beginn der Saison deuten darauf hin, dass die Mengen um etwa 9 % über denen des Vorjahres liegen, was zu Beginn des Wirtschaftsjahres für eine solide Dynamik sorgt.

Die Branche tritt nun in das „Off-Jahr” des natürlichen zweijährigen Produktionszyklus ein. Eine sorgfältige Angebotssteuerung wird für die Aufrechterhaltung des Marktgleichgewichts von entscheidender Bedeutung sein. Gleichzeitig bleibt das Nachfragewachstum in den wichtigsten Exportregionen, insbesondere in der Europäischen Union und den MENA-Märkten, robust. Der Verbrauch in diesen Regionen steigt weiterhin jährlich an, und das weltweite Angebot hat zunehmend Schwierigkeiten, mit dem anhaltenden Nachfragewachstum Schritt zu halten.

Die Kombination aus disziplinierter Angebotssteuerung und steigender globaler Nachfrage wird in den kommenden Monaten für die Preisentwicklung und die Marktdynamik von zentraler Bedeutung sein.

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