Marktberichte
Marktbericht Juni 2026
Aktuelle Marktsituation von Sojaöl, Rapsöl, Sonnenblumenöl, Olivenöl, Rizinusöl, Mandelöl, Walnussöl und Pistazienkernöl.
Pflanzliche Öle
Sojaöl
Der Markt zeigte sich in den letzten Tagen sehr volatil und tendenziell fest. Er bewegt sich in einem Spannungsfeld aus Wetterrisiken (im mittleren Westen) und starker Nachfrage aus dem Energiesektor.
Trotz guter Versorgung durch die südamerikanische Ernte sorgen Wetterrisiken immer wieder zu Preisaufschlägen. Die Biodieselindustrie in den USA, Brasilien oder auch Indonesien stützt die Nachfrage und damit auch die Preisniveaus aufgrund von hohen Beimischungsquoten und stabilen Mineralölpreisen.
Hinzu kommt noch die höhere Nachfrage aus der Lebensmittelindustrie, da Sojaöl aktuell eine preislich interessantere Alternative zu alterntigem Sonnenblumenöl, dem teureren Palmöl und Rapsöl ist. Daher ist mit Preisrückgängen in der nächsten Zeit nicht zu rechnen.
Rapsöl
Die fundamentalen Daten der letzten Wochen deuten auf einen eher steigenden (bullischen) Markt hin. Große Mengen des kanadischen Rapsöls gehen in die USA und werden dort von der Biodieselindustrie absorbiert. In Australien wird eine geringere Ernte erwartet, da stärkere Auswirkungen des diesjährigen El Nino Phänomens bevorstehen. Diese Verluste können die guten europäischen Ernten nicht kompensieren. Für die vorderen Termine sind nur noch sehr geringe Mengen verfügbar und werden mit deutlichen Aufschlägen gehandelt. Aber auch für spätere Termine ist nicht mit deutlichen Preisrückgängen zu rechnen.
Sonnenblumenöl
Der Sonnenblumenölmarkt befindet sich aktuell in einer Übergangsphase. Die Spot Preise verharren aufgrund knapper alterntiger Bestände weiterhin auf hohem Niveau. Allerdings prognostiziert die EU eine Rekordernte, die die Preise ab Oktober deutlich dämpft. In Erwartung der Rekordernten fragen die Verbraucher nur das Nötigste nach.
Allerdings müssen auch die Verarbeitungskapazitäten berücksichtigt werden, die durch die aufgestaute Nachfrage knapp werden könnten.
Olivenöl
Die Preise für Olivenöl haben sich in den letzten Wochen wenig bewegt. Die kommende Ernte wird nach einer guten Blütephase und den gut gefüllten Wasserreservoirs in Spanien überdurchschnittlich gut eingeschätzt. Sollten sich Schätzungen bewahrheiten, kann von weiteren Preissenkungen ausgegangen werden. Aktuell sind kaum noch sensorisch gute Qualitäten der Stufe nativ extra auf dem Markt, was den großen Spread zu raffiniertem Olivenöl erklärt.
Die große Olivenölproduktion in Tunesien und der Türkei haben ebenfalls zu den aktuell moderateren Preisniveaus beigetragen.
Rizinusöl
Die Marktnachfrage ist stärker als im Vorjahr. Indien exportierte im Zeitraum Januar bis Mai 2026 mehr Rizinusprodukte als im Vorjahreszeitraum.
Die Nachfrage aus China war besonders robust und liegt weiterhin deutlich über dem Normalniveau.
Obwohl die Rizinusernte 2026 größer ausfällt, wird die Gesamtverfügbarkeit an Samen auf nur 1,81 Millionen Tonnen geschätzt, verglichen mit 1,98 Millionen Tonnen im Vorjahr.
China bleibt mit einem Anteil von rund 50 % an Indiens Rizinusölexporten der größte Exportmarkt, gefolgt von Europa mit 25 % und den Vereinigten Staaten mit 10 %. Zwar blieben die Transportkosten nach Europa hoch, doch die schwächere indische Rupie trug dazu bei, die Preise bis Ende Mai stabil zu halten. In der ersten Junihälfte begannen die Preise nun zu steigen, da die Hauptsaison für die Anlieferung von Rizinussamen vorbei ist.
Zudem wird prognostiziert, dass sich der Monsun um etwa eine Woche verzögert und voraussichtlich unter 90 % des historischen Durchschnitts bleiben wird, was sich negativ auf die landwirtschaftliche Produktion in Indien auswirken könnte.
Insgesamt ist das Verhältnis von Angebot und Nachfrage bei Rizinussaat im Jahr 2026 deutlich angespannter als im Vorjahr.
Angesichts der geringeren Verfügbarkeit und der starken Exportnachfrage könnte jede weitere Nachfragesteigerung oder Störung auf der Angebotsseite in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 zusätzlichen Aufwärtsdruck auf die Preise ausüben.
Öle aus Eigenproduktion in Bischofswiesen
Bio-Rapsöl
Die letzten Partien Bio-Rapssaat aus der Ernte 2025 wurden vermarktet.
Die Bestände der neuen Ernte befinden sich je nach Anbauregion am Ende der Schotenbildung beziehungsweise bereits in der Abreife. Insgesamt präsentieren sich die Kulturen in einem guten Zustand. Hagelschäden wurden bislang nur vereinzelt gemeldet und haben derzeit keine nennenswerte Bedeutung.
Bio-Sonnenblumenöl
Am Markt werden noch vereinzelt Chargen Bio-Sonnenblumensaat aus der Ernte 2025 angeboten, wobei die Preisvorstellungen weiterhin auf einem hohen Niveau liegen.
Die Bestände der neuen Ernte haben sich nach anfänglichen Herausforderungen durch Trockenheit während des Auflaufens dank der jüngsten Niederschläge gut entwickelt.
Die Maßnahmen zur Unkrautregulierung sind weitgehend abgeschlossen, sodass sich die Kulturen aktuell insgesamt zufriedenstellend präsentieren.
Öle aus Eigenproduktion in den USA
Mandelöl
Der Branchenkonsens geht derzeit von einer Ernte von 2,7 Milliarden Pfund aus, auch wenn die Schätzungen letztendlich etwas höher ausfallen könnten. Die Preise bleiben stabil, und die Wetterbedingungen sprechen weiterhin für eine gute Ernte. Die Arbeiten auf den Feldern sind weitgehend abgeschlossen und werden bis zum Beginn der Hüllenspaltung in etwa fünf Wochen nur in begrenztem Umfang fortgesetzt. Zu diesem Zeitpunkt wird die Branche ein deutlich klareres Bild vom Erntepotenzial haben.
In der Region um unsere Ölmühle und Raffinerie war die Bestäubung im Allgemeinen gut. Die Erzeugung der Sorte „Nonpareil“ dürfte in etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen.
Walnussöl
Die Wachstumsbedingungen waren in dieser Saison bislang günstig. Allerdings könnte eine längere Periode mit Temperaturen von über 40 °C weiterhin ein Risiko für Sonnenbrandschäden darstellen.
Nach den Herausforderungen der letzten Saisons dürften die Erzeuger bei kostspieligen Schutzmaßnahmen deutlich vorsichtiger vorgehen als in den Vorjahren.
Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) spielte im vergangenen Erntejahr durch verschiedene Lebensmittelhilfsprogramme eine wichtige Rolle bei der Marktentlastung. Gleichzeitig wurden keine nennenswerten Übertragsbestände in die aktuelle Saison übernommen.
Pistazienkernöl
Es wird mit niedrigeren Produktionsmengen gerechnet, während die Aussichten hinsichtlich Nussgröße und Qualität derzeit sehr positiv erscheinen. Wie üblich wird jedoch erst im weiteren Saisonverlauf, mit fortschreitender Schalenöffnung (Shell Split), eine verlässlichere Einschätzung der Ernte möglich sein. Die Preise bleiben auf einem außergewöhnlich hohen Niveau. Die Nachfrage nach Pistazien wächst weiterhin und wird offenbar von einem nachhaltigen Boom im Bereich der Lebensmittelzutaten getragen, nicht lediglich von einem kurzfristigen Verbrauchertrend. Das Interesse geht weit über die durch soziale Medien beeinflusste Nachfrage hinaus, da große Lebensmittelhersteller zunehmend Pistazienkerne für eine breite Palette von Produktanwendungen nachfragen.