Marktberichte

Marktbericht Januar 2026

Aktuelle Marktsituation von Sojaöl, Sonnenblumenöl, Rapsöl, Olivenöl, Mandelöl, Walnussöl, Pistazienkernöl und Haselnussöl.

Pflanzliche Öle

 

Sojaöl

Die brasilianische Sojaernte nimmt allmählich Fahrt auf. Experten schätzen die Ernte auf über 180 Mio. tons. Damit steigt das weltweite Angebot von Sojabohnen weiter und macht Sojaöl weiterhin interessant als „Feedstock“ für die Biodieselindustrie. Aber auch hier beschränken die niedrigen Mineralölpreise die Wettbewerbsfähigkeit von Biodiesel.

Sonnenblumenöl

Die Sonnenblumenölpreise haben in der letzten Zeit aufgrund der geringeren Verfügbarkeit deutlich angezogen. Verstärkt wurde diese Tendenz noch durch die Zerstörung von Tanklagern in der Ostukraine durch russische Raketenangriffe. Allerdings könnten die steigenden Saatexporte aus Argentinien die angespannte Situation wieder etwas abmildern, so dass sich die Preise wieder stabilisieren. In preissensitiven Ländern in Nordafrika und auch in Indien hat sich die Nachfrage im letzten Jahr deutlich verringert.

Rapsöl

Die deutlich vergrößerte Winterrapsaussaat in der EU lässt die Flächen um fast 5 % auf 6,4 Mio. Hektar ansteigen. Dies lässt auf eine Rekordernte in der EU schließen. Entscheidend für die Hektarerträge werden allerdings die Wetterbedingungen im Frühling und Frühsommer sein.

Die kanadischen Anbauer suchen nach ungelösten Handelskonflikten mit China nach Absatzmärkten. Damit wird Rapsöl wieder interessanter für die Biodieselhersteller. Allerdings spielen hier auch die verhältnismäßig niedrigen Mineralölpreise eine Rolle.

Aus diesen Gründen verharren die Preise für Rapsöl momentan in einem recht engen Korridor.

Olivenöl

Im Dezember wurden in Spanien insgesamt 416.471 tons Olivenöl hergestellt. Damit liegt die gesamte Produktion der Kampagne 2025/2026 bei 716.372 tons. Die Bestände zum 31.01.2025 beliefen sich auf 715.315 tons. Die Ernte musste in einzelnen Regionen immer wieder wegen starker Regenfälle unterbrochen werden. Die Qualität der Oliven wird durch Feuchtigkeit in Mitleidenschaft gezogen. Experten gehen davon aus, dass in diesem Jahr verhältnismäßig wenig sensorisch gutes Öl produziert wird, so dass weiterhin mit größeren Aufschlägen für diese Qualitäten gerechnet werden muss. Aufgrund des geringeren Ölgehalts wird eine Gesamtmenge von ca. 1,35 Mio. tons Olivenöl erwartet. Allerdings sollten sich dann die Wetterbedingungen wieder verbessern.

Die Kooperativen halten die Preise weiterhin stabil und deutliche Rückgänge sind momentan nicht zu erwarten.

Die tunesische Produktion läuft auf Rekordniveau. Es werden ca. 400.000 tons Olivenöl erwartet. So decken sich Verbraucher aus Drittländern, aber auch spanische und italienische Exporteure mit tunesischem Öl ein. Damit lässt die Nachfrage nach spanischem Öl etwas nach, was im Laufe der nächsten Monaten preisdämpfend wirken kann. Gleichzeitig hat Portugal in diesem Jahr eine sehr geringe Produktion, was allerdings nicht so sehr ins Gewicht fällt.

 

Öle aus Eigenproduktion in den USA

 

Mandelöl

Trotz starker Regenfälle war die Mandelernte 2025 in Kalifornien gut. Derzeit schätzt das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) die Gesamternte auf 2,57 Milliarden Pfund. Diese Zahl dürfte noch steigen, sodass die endgültige Ernte voraussichtlich bei rund 2,7 Milliarden Pfund liegen wird. Im Dezember letzten Jahres hat Kalifornien einen Rekord bei den Mandelexporten aufgestellt. Dieser Anstieg ist vor allem auf Lieferungen in den Nahen Osten zurückzuführen, wo man sich auf einen frühen Ramadan vorbereitet. Jetzt im Januar beginnen die Bäume in die Vorblütephase einzutreten und die Landwirte beginnen mit der Vorbereitung für die Blüte im nächsten Monat.

Walnussöl

Nach einem erfolgreichen Jahr 2025 blickt die kalifornische Walnussindustrie optimistisch auf 2026 und plant, ihr Wachstum weiter fortzusetzen. Das California Walnut Board hat Trendprognosen innerhalb der Lebensmittelbranche analysiert und ist zu dem Schluss gekommen, dass 2026 ganz im Zeichen von ganzheitlichem Wohlbefinden, Transparenz bei Zutaten und genussorientiertem, sensorisch reichem Essen stehen wird. Die Walnussbranche sieht sich dabei in einer besonders günstigen Position, da sie diese Trends in idealer Weise bedient.

Pistazienkernöl

Die US-amerikanische Pistazienindustrie hat in dieser Saison einen Rekord aufgestellt: Die Ernteerträge zeigen eine Gesamtproduktion von 1,57 Milliarden Pfund. Die Beliebtheit von Pistazienprodukten ist in letzter Zeit stark gestiegen, angeführt von der viralen Dubai Schokolade. Bei der hohen Nachfrage suchen die Landwirte nun nach Möglichkeiten, die Produktion zu maximieren, obwohl sie sich im sogenannten „Off-Year“ des zweijährigen Zyklus befinden. In diesen Jahren liegt die Gesamternte in der Regel bei etwa
1 Milliarde Pfund, wobei der bisherige Rekord bei 1,1 Milliarden Pfund liegt.

Haselnussöl

Ideale Bedingungen haben den Haselnussfarmern in Oregon eine Rekordernte beschert. Mit einem Anstieg von 20 % gegenüber dem Vorjahr wird erstmals in der Geschichte eine Produktion von 250 Millionen Pfund Oregon-Haselnüssen erwartet. Die Türkei ist weltweit der führende Haselnussproduzent, doch ein schädlicher Frost hat dort die Erträge deutlich unter den Durchschnitt gedrückt. Dies hat zu sehr hohen Preisen und deutlich stärkerem Wettbewerb auf der Käuferseite des Marktes geführt.

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