Marktberichte

Marktbericht August 2021

Pflanzliche Öle


Sojaöl

Die Märkte werden aktuell von den Wetterberichten für den mittleren Westen stark beeinflusst. Die Erntevorhersagen für die USA sind insgesamt eher unterdurchschnittlich, so dass die Preise aufgrund dieser Wettermärkte stark volatil sind. Gleichzeitig werden Verschiffungen aus Argentinien momentan durch extremes Niedrigwasser auf dem Paraná, der Haupttransportroute behindert. Ein weiterer wichtiger Preisfaktor ist weiterhin die Nachfrage aus dem Biodieselsektor.

Sonnenblumenöl

Nur noch geringe Mengen sind für die alte Ernte für vordere Termine (August & September) physisch verfügbar. Allerdings lagern noch Mengen aus der alten Ernte in den Silos der Landwirte und Saathändler, die momentan noch sehr zurückhaltend bei neuen Verkäufen agieren. Auch für die neue Ernte gibt es daher aktuell noch wenig Angebote. Das könnte sich ändern, wenn die neuerntige Saat physisch in die Läger kommt. Auch die Verbraucher vor allem in Europa agieren sehr zurückhaltend: in Erwartung einer großen Ernte, werden nur kurzfristige Abdeckungen vorgenommen.

Rapsöl

Die anhaltende starke Trockenheit in Kanada hat einer weiteren deutlichen Verschlechterung der Ernteerwartungen geführt. Experten rechnen mit einem Ernterückgang von über 4 Mio. Tonnen im Vergleich zum Vorjahr. Dies und die unelastische Nachfrage in der EU, aber auch China, aus der Lebensmittel- und Biodieselindustrie führen an den Terminbörsen zu weiterhin hohen Aufschlägen auf Sojaöl. Positiv zu bewerten sind hingegen die deutlich besseren Ernten in Australien und der Ukraine.

Allgemein Ausblick

In der nächsten Zeit ist weiterhin mit volatilen, aber eher festen Preisen zu rechnen. Bewegung könnte durch die neue Sonnenblumenernte kommen. Allerdings dürfen die Entwicklungen auf den Biodieselmärkten nicht außer Acht gelassen werden. Vieles hängt auch von dem weiteren Umgang der Staaten mit dem Corona Virus ab. Sollte es wieder zu Restriktionen kommen, könnte dies einen Dämpfer für die weltweite Nachfrage geben, was wiederum Druck auf die Preise ausüben könnte. Erste Anzeichen sind hier bereits in China erkennbar.

Aprikosenkernöl

In den letzten Monaten vor der neuen Ernte wurde eine deutlich bessere Ernte und damit verbunden eine höhere Aprikosenkernproduktion als in der Produktion 2020 erwartet. In den Jahren 2010 bis 2020 schwankte die Aprikosenkernproduktion zwischen 7.000 Tonnen und 10.000 Tonnen, in den letzten beiden Jahren lag die Produktion jedoch zwischen ca. 4.500 und 5.000 Tonnen. Jetzt wurde die offizielle Schätzung mit 86.000 Tonnen getrockneter Aprikosen angegeben, wobei die Produktion etwa 5.000 Tonnen Aprikosenkerne betragen wird. Obwohl die Produktion von Aprikosenkernen etwa 10 % höher ist als im Jahr 2020, waren gleich zu Beginn der Saison sehr hohe Preise auf dem Markt, und zwar aus den folgenden Gründen:

  • Die geringe Produktion in China, Usbekistan, Tadschikistan, Italien und Spanien hat die meisten Abnehmerländer dazu veranlasst, in der Türkei einzukaufen.
     
  • Während der Pandemie in den geschlossenen Gebieten hatten die meisten industriellen Nutzer (für die Lebensmittelindustrie) aufgrund der niedrigen Produktion der letzten zwei Jahre und der möglichen Schließungen keine großen Lagerbestände. Nach den Eröffnungen in den meisten Gebieten der Welt haben die Käufer die Produktion in großen Mengen wieder aufgenommen und versucht, ihren Bedarf zu decken.
     
  • Wie überall auf der Welt wurde auch in der Türkei eine Inflation von etwa 20 % festgestellt, und die meisten Produktpreise für importierte Waren haben sich beim Eintritt in die Landwirtschaft fast verdoppelt. Daher waren die meisten Landwirte gezwungen, ihre Preise zu erhöhen.

 

Öle aus Eigenproduktion in den USA

 

Mandelöl

Angesichts der revidierten Schätzung von ca. 1,3 Mio. Tonnen sind die Preise fest und leicht steigend. Die Qualität der Ernte sieht gut aus. Die Landwirte im South Valley beginnen mit der Ernte, und die Landwirte im Central Valley werden in etwa einer Woche mit dem Schütteln der Bäume beginnen. Der endgültige Bericht über die Verschiffung der Ernte 2020 wird am 12. Januar veröffentlicht. Die Industrie rechnet mit einem Übertrag von etwa 272.000 Tonnen, was kaum ausreicht, um die Erntezeit von 8 Wochen zu bewältigen.

Pistazienkernöl

Die Ernte entspricht allen Erwartungen und wird auf ca. 362.000 Tonnen geschätzt. Die iranische Ernte ist geringer, so dass die Preise bei anhaltend starker Nachfrage sprunghaft angestiegen sind.

Haselnüsse aus Oregon

Oregon produzierte in der Ernte 2020 (inoffiziell) etwa 60.000 Tonnen Haselnüsse. Dies entspricht etwa 5% des weltweiten Haselnussmarktes. Branchenführer gehen davon aus, dass diese Menge innerhalb der nächsten 10 Jahre 150.000 Tonnen erreichen wird. Das Gebiet in Oregon, in dem die Haselnüsse für unser raffiniertes Haselnussöl angebaut werden, heißt Willamette River Valley. In dieser wunderschönen Gegend werden 99% der Haselnüsse in den USA angebaut. Die Landwirte behaupten, es sei die perfekte Kombination aus gemäßigtem Meeresklima und fruchtbaren vulkanischen Böden, die optimale Bedingungen für den Haselnussanbau bieten. Haselnussplantagen können "ewig" bestehen bleiben, im Gegensatz zu anderen Nussbaumarten, die alle 25 Jahre neu gepflanzt werden müssen. Die erste Haselnussplantage in Oregon wurde 1903 angelegt, und die ursprünglichen Bäume tragen auch heute noch jedes Jahr Nüsse. Haselnüsse benötigen keine Bestäuber wie Bienen. Stattdessen platzieren die Landwirte strategisch bestimmte Haselnussarten, die als Bestäuberbäume in den Obstplantagen fungieren. Allein der Wind trägt die Pollen zu den anderen Bäumen hinüber. Die aktuelle Ernte sieht gut aus und wird im September geerntet werden.

 

Alle aktuellen Spezifikationen finden Sie auf unserer Website.

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