Marktberichte

Marktbericht April 2026

Aktuelle Marktsituation von Soja- & Palmöl, Sonnenblumenöl, Olivenöl, Rizinusöl, Mandelöl, Walnussöl und Pistazienkernöl.

Pflanzliche Öle

 

Sojaöl und Palmöl

Die Preise für Pflanzenöle sind auf den höchsten Stand seit über drei Jahren gestiegen, was vor allem auf die hohen Energiepreise zurückzuführen ist.

Die Terminpreise für Sojaöl an der CBOT und für Palmöl an der Bursa Malaysia sind in dieser Woche auf ihre Höchststände gestiegen oder nähern sich diesen.

Der Preisanstieg wird durch die Erwartung eines deutlichen Nachfrageanstiegs nach beiden Ölen aus dem Energiesektor getrieben. Die anhaltend starken Exporte von Sojaschrot aus den USA deuten darauf hin, dass die Sojabohnenverarbeitung im März auf einem hohen Niveau blieb.

Sonnenblumenöl

Die Anbautrends für das kommende Frühjahr auf der Nordhalbkugel deuten darauf hin, dass Sonnenblumen für viele Landwirte zu einer bevorzugten Kultur werden. Jüngste Veränderungen in den Anbauabsichten zeigen eine Abkehr von düngerintensiven Kulturen wie Mais, wobei zunehmend Flächen für Sonnenblumenkerne und Sojabohnen genutzt werden.

Wir gehen nun davon aus, dass die weltweite Anbaufläche für Sonnenblumenkerne weiter steigen und in der Saison 2026/27 einen neuen Höchststand von 34,1 Millionen Hektar erreichen wird, aufbauend auf den bereits hohen 32,8 Millionen Hektar des Vorjahres. Dies stellt eine bemerkenswerte Ausweitung gegenüber den vor nur zwei Jahren verzeichneten 30,4 Millionen Hektar dar und unterstreicht die starke Aufwärtsdynamik im Sonnenblumenanbau.

Olivenöl

Die Olivenölproduktion in Spanien wird für den Zeitraum Oktober bis Februar 2025/26 auf 1,28 Millionen Tonnen geschätzt, was einem Rückgang gegenüber den 1,51 Millionen Tonnen im Vorjahreszeitraum entspricht. Die geringere Produktion dürfte die Exporte in den kommenden Monaten einschränken und könnte in den nächsten Wochen unterstützend auf die Preise wirken.

Rizinusöl

Im März verzeichneten die Rizinusölpreise in Indien einen Aufwärtstrend, der in erster Linie auf die begrenzte Verfügbarkeit frisch angelieferter Samen und laufende Lieferverpflichtungen zurückzuführen war. Die Abwertung der indischen Rupie gegenüber dem US-Dollar trug jedoch zur Stabilisierung der Exportpreise bei und glich einen Teil des Anstiegs auf dem Inlandsmarkt aus.

Im April entwickelt sich die Lage weiter: Frisch geerntete Samen kommen nun in großen Mengen im April und Mai auf den Markt. Dieses deutlich erhöhte Angebot dürfte einen Abwärtsdruck auf die Preise ausüben. Gleichzeitig bleibt die weltweite Nachfrage aufgrund anhaltender geopolitischer Unsicherheiten und gestiegener Produktionskosten moderat, was ebenfalls zur derzeitig gedämpften Marktstimmung beiträgt.

Mit Blick auf die Zukunft stellen die Wetterbedingungen einen wesentlichen Risikofaktor dar. In Indien herrschen bereits erhöhte Temperaturen und Prognosen deuten auf anhaltende Hitze von über 40 °C im April und Mai hin. Dies könnte sich negativ auf die Ernteerträge auswirken, insbesondere auf die letzten ein oder zwei Erntezyklen, da Rizinus in mehreren Durchgängen geerntet wird.

Infolgedessen könnte die Gesamtsamenproduktion hinter den früheren Erwartungen zurückbleiben und die Preise steigen lassen. Während die Branche die Gesamtproduktion auf rund 1,76 Millionen Tonnen geschätzt hatte, gehen wir davon aus, dass diese Zahl um mindestens 10 % niedriger ausfallen könnte. Langfristig wird die Preisentwicklung weitgehend von geopolitischen Entwicklungen abhängen, die einen erheblichen Einfluss auf die Nachfrage und die Transportkosten haben.

Abschließend lässt sich sagen, dass die aktuell steigenden Erntemengen die Preise für Rizinusöl zwar leicht entspannen, dieser Effekt jedoch durch steigende Logistikkosten aufgehoben wird. Die Seefrachtraten sind aufgrund von Störungen – wie etwa der Schließung des Suezkanals – sowie durch höhere Treibstoffpreise erneut gestiegen.

 

Öle aus Eigenproduktion in den USA

 

Mandelöl

Die Mandelblüte in Kalifornien begann in diesem Jahr früh und startete mit guten Wetterbedingungen. Gegen Ende der Bestäubungssaison kam es zwar zu einigen Regenfällen, insgesamt waren die Wachstumsbedingungen für die Ernte 2026 bislang jedoch günstig.

Ausreichende Kältestunden, eine starke Aktivität der Bienen sowie ein gesunder Knospenansatz haben zu positiven Aussichten in den kalifornischen Anbaugebieten beigetragen.

Der allgemeine Zustand der Plantagen in den wichtigsten Produktionsregionen erscheint stabil und gesund. Aktuelle Schätzungen der Branche gehen von einer Erntemenge von etwa 2,6 Milliarden Pfund aus; erste Beobachtungen im Feld deuten jedoch auf eine potenziell größere Ernte hin.

Wie immer wird die Produktionsvariabilität im südlichen San Joaquin Valley ein entscheidender Faktor sein, der im weiteren Verlauf der Saison genau beobachtet werden muss.

Walnussöl

Der Walnusssektor steht weiterhin vor Herausforderungen. Zwar hat sich die Nachfrage etwas verbessert, jedoch ist ein Großteil des zusätzlichen Absatzes auf institutionelle Kanäle zurückzuführen, darunter staatliche Ernährungsprogramme und die Belieferung von Schulverpflegung.

Pistazienkernöl

Der Pistazienmarkt bleibt äußerst angespannt, da die Nachfrage weiterhin das verfügbare Angebot übersteigt. Trotz der Erwartungen an eine möglicherweise große kommende Ernte sind die aktuellen Lagerbestände äußerst begrenzt.

Die Exportnachfrage – insbesondere aus Indien – ist ein wesentlicher Treiber der Marktdynamik. Die Angebotsknappheit wird zusätzlich durch den langen Produktionszyklus von Pistazienplantagen verschärft, da diese etwa sieben Jahre benötigen, um erstmals Erträge zu liefern. Obwohl die Neuanpflanzungen in den letzten Jahren zugenommen haben, tragen diese Plantagen bislang noch nicht in nennenswertem Umfang zur Produktion bei.

Insgesamt bleibt der Markt angebotsgetrieben, mit einer starken zukünftigen Nachfrage und nur begrenzter kurzfristiger Entlastung.

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