Marktberichte

Marktbericht April 2022

Pflanzliche Öle

 

Allgemein

Die Märkte sind nach Ausbruch des Ukraine Krieges weiterhin durch eine sehr große Volatilität gekennzeichnet. Aufgrund des Fehlens größerer Mengen Sonnenblumenöls sind auch andere Öle (wie Rapsöl und Palmöl) für vordere Termine nur sehr eingeschränkt verfügbar und mit sehr hohen Preisaufschlägen versehen. Nach den enormen Preissteigerungen im Monat März haben sich die Notierungen allerdings etwas beruhigt.

Sojaöl

Sojaöl notiert weiterhin fest. In Brasilien müssen Sojabohnen voraussichtlich bis zum Jahresende für den Export reduziert werden. Auch die Beimischungsquote für Biodiesel wurde zurückgenommen. In den USA werden laut dem „Planting Intention Report“  die mit Sojabohnen bebauten Flächen (ca. 36,8 Mio. Hektar) in diesem Jahr das erste Mal seit 15 Jahren die Flächen für Mais übertreffen. Allerdings muss abgewartet werden, bis die Aussaat tatsächlich erfolgt ist.

Sonnenblumenöl

Das Angebot an Sonnenblumenöl ist weiterhin knapp. Bestehende Verträge werden von den großen europäischen Produzenten gekürzt, da die von letzteren zur Deckung ursprünglich vereinbarten Mengen auf dem Seeweg die Ukraine nicht verlassen können.  Es gibt zwar kleinere Mengen Sonnenblumenöl, die aus der Ukraine über Moldawien oder Rumänien von unbekannten Händlern angeboten werden, allerdings besteht hier das Risiko, ob die Mengen dann auch tatsächlich geliefert werden und ob das Produkt auch den qualitativen Anforderungen entspricht. Für die neue Ernte gibt es auch nur vereinzelt Angebote. Die meisten Marktteilnehmer halten sich bisher zurück, da niemand weiß, ob und welche Mengen dann tatsächlich zur Verfügung stehen werden. Die Aussaat in der Ukraine hat zwar angefangen, aber niemand kann voraussagen, welche Mengen im September/Oktober schließlich geerntet werden können, denn neben der gefährlichen Ausgangslage fehlt es den Landwirten zusätzlich an Treibstoff und Dünger. Andere Erzeugerländer haben die Anbauflächen ausgeweitet und können damit zumindest einen Teil des Ausfalls kompensieren.

Rapsöl

Auch die Rapsölpreise bleiben weiterhin sehr fest, da viele Verbraucher vor allem in Nord- und Mitteleuropa von Sonnenblumenöl auf Rapsöl umgestiegen sind. Alterntige Ware bis einschließlich Juli wird nicht mehr angeboten. Bestehende Produktionen werden in Deutschland hauptsächlich aus australischem Raps hergestellt, da bis zur neuen Ernte fast keine Mengen aus der EU Ernte zur Verfügung stehen. Für die neue Ernte ab August werden Mengen offeriert, allerdings sind liegen die Angebotspreise deutlich über den Notierungen von Anfang des Jahres. Die kommende weltweite Rapsernte könnte bei normalen Wetterbedingungen 71 Mio. Tonnen erreichen, was zu einer Entspannung der Märkte beitragen könnte.

Ausblick

Die Frühjahrsaussaat in den USA, Kanada und anderen Ländern rückt immer mehr in den Mittelpunkt des Interesses der Marktteilnehmer. Um die knappe Versorgungslage zu kompensieren, müssen größere Flächen bestellt werden und die Erträge sollten über dem Durchschnitt liegen. Risikofaktoren liegen in den hohen Düngerpreisen und den enorm gestiegenen Energiekosten. Daher bleibt die Situation sicherlich bis zum Jahresende von Volatilität und angespannten Verfügbarkeiten gekennzeichnet. Selbst bei einer Beendigung der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine wird es eine lange Zeit dauern, bis dort die Infrastruktur und die Seewege wieder hergestellt sein werden. Das bedeutet, dass die Ukraine zunächst als Hauptlieferant der EU nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Russland wird sicherlich weiterhin Agrarrohstoffe in andere Gegenden der Welt exportieren um Einnahmen zu generieren, aber muss auch in verstärktem Maß an der Versorgung der eigenen Bevölkerung interessiert sein. Wie bereits im letzten Marktbericht erwähnt, könnte eine teilweise Absenkung der Beimischungsquoten von Biodiesel für eine deutlichere Entspannung bei den Pflanzenölpreisen in der EU sorgen. Allerdings ist hier noch nichts entschieden.

 

Öle aus Eigenproduktion in den USA

 

Mandelöl

Der durch die Situation in der Ukraine bedingte Preisanstieg bei allen Pflanzenölen hat auch die Nachfrage nach Mandelöl erhöht. Daher bleibt der Preis für Mandelöl sehr stabil und die auf dem Markt verfügbaren Mengen sind zurückgegangen.

 

Walnussöl

Wie bei Mandelöl hat die Nachfrage nach Walnussöl in den letzten Monaten zugenommen, und die Preise bleiben sehr stabil.

 

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