Marktbericht April 2020

Allgemeines

Die Covid 19 Pandemie hat ernsthafte Auswirkungen auf die Weltmärkte der pflanzlichen Öle. Einen großen Einfluss auf die Nachfrage hat der Energiemarkt, in dem die pflanzlichen Öle (v.a. Rapsöl, Sojaöl und Palmöl) seit vielen Jahren als sog. Biodiesel ein integraler Bestandteil sind. In vielen Ländern ist der Individualverkehr durch die von den jeweiligen Regierungen beschlossenen Maßnahmen fast zum Erliegen gekommen. Damit ist auch die Nachfrage nach Biodiesel stark zurückgegangen. Erschwerend dazu kommt noch der starke Rückgang der Mineralölpreise, der auf das weltweite Überangebot zurückzuführen ist. Daher ist die Biodieselproduktion stark rückläufig und damit verbunden auch die Nachfrage nach pflanzlichen Ölen.

Aber auch der Lebensmittelbereich ist betroffen. Durch die Ausgangssperren in vielen Ländern geht der Ölverbrauch zurück, da der Restaurantsektor und Food Service fast nichts mehr nachfragen. Zwar verzeichnet der Lebensmitteleinzelhandel Zuwächse, die den Verlust allerdings nicht ausgleichen können.

Der weltweite Lock-Down hat aber auch großen Einfluss auf das Angebot an pflanzlichen Ölen in Europa. In verschiedenen Ländern wurden die Produktionsaktivitäten heruntergefahren und Häfen geschlossen. So sind in Indien bis Mitte nächster Woche fast alle wirtschaftlichen Aktivitäten ausgesetzt. Aber auch andere Länder in Asien arbeiten nur noch eingeschränkt. Viele Lieferketten auch bei Spezialitätenölen funktionieren nur noch eingeschränkt.

Um weiterhin lieferfähig bleiben zu können, hat Gustav Heess in den letzten Monaten die Bestände in den europäischen Lagern deutlich hochgefahren.

Das Gustav Heess Team ist tagtäglich in intensivem Kontakt mit den Herstellwerken in den Ursprungsländern und überwacht detailliert die Transporte der sich auf dem Weg nach Europa befindenden Produkte. So wird auch in der Krise eine pünktliche Belieferung sichergestellt.

Bei kurzfristigen, zusätzlichen Bedarfen können Sie gerne auf uns zukommen.

Pflanzliche Öle

Sojaöl

Die Preise sind aktuell volatil, durch die fehlenden Mengen aus dem Lebensmittelmarkt und der Biodieselindustrie aber relativ attraktiv. In den letzten Tagen waren allerdings leichte Preissteigerungen zu beobachten.

Sonnenblumenöl

Bei Sonnenblumenöl gilt Ähnliches wie bei Rapsöl. Viele Lebensmittelunternehmen, die die Gastronomie beliefern, können die kontrahierten Mengen nicht abnehmen, so dass plötzlich bereits buchmäßig verkaufte Mengen gelagert werden müssen. Dennoch sind vordere Termine knapp und werden, wenn verfügbar, mit großen Aufschlägen gehandelt. Russland fällt aktuell wegen des Lock Downs als Lieferant für Rohöl aus, damit haben die Preise etwas angezogen.

Rapsöl

Hier haben die Preise in den letzten Tagen wieder etwas angezogen. Für vordere Termine ist die Verfügbarkeit eher eingeschränkt. Die Produktionen sind eigentlich ausverkauft, da aber verschiedene Marktteilnehmer ihre Kontrakte nicht vereinbarungsgemäß abrufen können, haben die Anbieter teilweise Schwierigkeiten mit der Produktionsplanung. Desweiteren sind für Juni bei vielen Ölmühlen Revisionsarbeiten geplant, so dass hier nur eingeschränkt Ware verfügbar sein wird.

Öle aus Eigenproduktion in den USA

Mandelöl

Die Blütezeit war außergewöhnlich gut in diesem Jahr. Dies führte dazu, dass die Bauern auf Grund des Gewichtes die Bäume etwas ausdünnen mussten.

Die Tagestemperaturen waren für die Bestäubung durch die Bienen warm genug, aber gleichzeitig ebenfalls kühl genug, um die Blütezeit etwas zu verlängern.

Nach der Blütezeit gab es erfreulicherweise zudem noch ausreichend Niederschläge.

Die Verschiffungen im Februar und die Nachfrage waren sehr hoch: 202 Millionen Pounds gegenüber 187 Millionen Pounds im Vorjahr.

Die 2019er Ernte belief sich ursprünglich auf 2,539 Milliarden Pounds, erreicht aber noch 2,55 Milliarden.

Die Verarbeiter und Anbauer gehen von steigenden Preisen aus. Die meisten von Ihnen erwarten einen sehr kleinen Carry-Over.

Wasservorräte

Die Saison war zwar etwas trockener als üblich, aber der Zeitpunkt der Niederschläge war nahezu perfekt. April und Mai werden ebenfalls mit etwas Regen einhergehen, was für diese Saison ausreichend sein wird. Die Schneemenge in den Bergen ist etwas zurückgegangen und liegt bei ca. 70 % des Durchschnitts. Die Reservoirs sind jedoch voll. Das Wasserversorgungsunternehmen Turlock Irrigation District teilte ausreichende Wassermengen für die Nussernte zu, welche im üblichen Kontingent liegen.

Walnussöl

Es ist noch zu früh, um erste Prognosen für die nächste Ernte abzugeben, aber die derzeitige Saison verläuft wie üblich.

Das Gustav Heess Team wünsch Ihnen schöne Osterfeiertage! Bleiben Sie gesund!

Alle aktuellen Spezifikationen finden Sie auf unserer Website.

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