Marktberichte

Marktbericht Dezember 2021

Pflanzliche Öle

 

Allgemein

Nach Bekanntwerden der neuesten Entwicklungen der Corona Pandemie gingen die Preise an den Pflanzenölmärkten zunächst deutlich zurück und auch die Mineralölpreise fielen. Doch Ende letzter Woche setzte sich dann die Wahrnehmung durch, dass die Omikron Variante ernst zu nehmen ist, aber den Aufschwung der Weltwirtschaft nicht vollständig zum Erliegen bringen wird. Somit zogen die Rohstoffpreise wieder deutlich an.

Sojaöl

Nachdem die brasilianische Regierung entschieden hat, die Beimischungsquote von Biodiesel bei 10 % zu belassen und nicht auf 13%/14% zu erhöhen, gingen die Notierungen zum Ende des Monats November an der Börse in Chicago deutlich zurück. Dieser Preisrutsch veranlasste kurzfristig vor allem chinesische Käufer, Mengen für den Termin Dezember/Januar Eindeckungen vorzunehmen, denn Sojaöl war damit sehr wettbewerbsfähig im Vergleich zu Sonnenblumenöl und Palmöl. In Teilen Brasiliens verbesserten sich die Ernteaussichten, wohingegen Paraguay, Argentinien und auch Brasilien (Süden) unter der von „La Nina“ verursachten Trockenheit leiden. So sind akkuratere Ernteschätzungen aktuell sehr schwierig. In der Zwischenzeit sind Preise allerdings nachfragegetrieben wieder auf die ursprünglichen festen Niveaus zurückgekehrt.

Sonnenblumenöl

Die Notierungen für Sonnenblumenöl sind weiterhin stabil. Ukrainische Verkäufer geben immer noch nur zögerlich Mengen ab. Die russische Regierung hat die Exportsteuer auf Sonnenblumenöl für Januarlieferungen weiter angehoben (USD 280,8/Tonnen), so dass von dort keine große Hoffnung auf eine Entspannung oder Preisdruck ausgehen wird. Gleichzeitig sind auch weiterhin viele Verbraucher nur „von der Hand in den Mund“ gedeckt. In Südeuropa, aber auch in Deutschland sind die Verarbeitungskapazitäten sehr gut ausgelastet, sodass nur kleinere Mengen für das erste Quartal offeriert werden. Die Prämien für die ölsäurereiche Qualität haben sich deutlich erhöht, so dass hier mit weiteren Preissteigerungen zu rechnen ist.

Rapsöl

Die Situation in Europa ist unverändert angespannt. Kleinere Mengen stehen für das erste und zweite Quartal zur Verfügung, wobei die Preisniveaus weiter sehr stabil sind. Allerdings wirkt sich die gute Ernte in Australien etwas dämpfend auf die Preise aus.

Ausblick

Die Entwicklungen des kommenden Jahres sind weiterhin schwer vorherzusagen. Es gibt Indizien für fallende Preise, sowie z.B. die guten Sonnenblumenernten. Auch die Corona Pandemie ist weiterhin nicht ausgestanden, so dass es immer noch zu Einbußen beim Wirtschaftswachstum und damit zu fallender Nachfrage kommen kann. Dagegen stehen weiterhin unmittelbare Folgen der Corona-Pandemie:  Es ist weiterhin ungewiss, ob sich die Palmölproduktion erholen wird, denn es ist nicht sicher, ob im Januar ausreichend ausländische Arbeitskräfte zur Arbeit auf den Palmfelder in Malaysia einreisen dürfen.

Olivenöl

Die neue Ernte hat vor ca. einem Monat begonnen. In Spanien wird eine Olivenölproduktion von ca. 1,3-1,4 Mio. Tonnen erwartet, was ungefähr einer durchschnittlichen Menge entspricht. Allerdings ist es in Andalusien, der Hauptanbauregion Spaniens weiterhin zu trocken, was sich negativ auf die kommende Ernte in 2022 auswirken wird. Das wiederum führt dazu, dass die Kooperativen nur sehr zögernd die Produktion der neuen Ernte in den Markt bringen. Langfristige Abdeckungen werden nicht angeboten. Der lokale Konsum in Spanien hat im aktuellen Jahr wieder zugenommen. Der Inlandsmarkt lag bei ca. 550.000 Tonnen. Und auch der Export hat wieder zugelegt, nachdem die USA die Strafzölle auf spanisches Olivenöl ausgesetzt haben. Die Prognosen für die anderen europäischen Erzeugerländer sind ebenfalls gut. Vor allem Portugal wird in dieser Kampagne eine deutlich größere Menge produzieren, die italienische Produktion wird auch etwas höher erwartet. Nur Griechenland wird mengenmäßig stagnieren. Mit den Beständen aus der letzten Produktionskampagne von etwas unter 500.000 Tonnen. stehen in der EU etwas größere Mengen als im Vorjahr zur Verfügung. Allerdings bleibt die Ungewissheit in Bezug auf die kommende Ernte und damit der zukünftigen Preisentwicklung.

 

 

Öle aus Eigenproduktion in den USA

 

Mandelöl

Die Verschiffungen sind im Oktober um 30 % zurückgegangen. Sowohl Käufer als auch Verkäufer sind nicht bereit, die Aufschläge zu zahlen, die erforderlich sind, um ihr Produkt auf den Seeweg zu bringen. Sogar die inländischen Lieferungen sind rückläufig, da die Kraftstoffpreise weiter steigen. Für die Mandelbauern gibt es interessante und schlechte Nachrichten. Die Düngemittelpreise sind stark gestiegen - zum Teil aufgrund der Erdölpreise, zum Teil aufgrund staatlicher Steuern auf bestimmte landwirtschaftliche Erzeugnisse. Der Inflationsdruck, der auf den Landwirten lastet, wird sich irgendwann auf dem Markt bemerkbar machen. Die einzige marktbezogene Neuigkeit bei Mandeln ist der Insektenbefall. Er ist im bisherigen Jahresverlauf von 1,35 % auf 1,91 % gestiegen.

Pistazienkern Öl

Keine Veränderung in diesem Sektor. Die Qualität sieht gut aus und die Preise bleiben stabil.

Walnussöl

Die Preise für kalifornische Walnüsse sind gestiegen, und der Absatz ist gut. Die Preise sind im Vergleich zum Vorjahr um 40 % gestiegen, und das Angebot wird knapp.

 

Alle aktuellen Spezifikationen finden Sie auf unserer Website.

Marktbericht als PDF ansehen